| Gestern Hauptseite
Morgen |
|
Donnerstag, der vierte
Segeltag Heute wechselt der Küchendienst
auf Heide und mich. Und heute ist für mich ein großer Tag, da doch meine Frau und meine
beiden Töchter Deborah (7) und Luisa, die gestern 10 geworden ist, kommen. Ich freue mich
auf die Gelegenheit, sie kulinarisch zu verwöhnen und ihnen zu zeigen, wie schön Segeln
mit Kindern sein kann.
Früh um 6:30 geht es los, Heide rappelt schon in der
Küche vor unserer Kabine. Kurz nach halb 8 treffen die Geliebten ein und alle
frühstücken. Es gibt extra Weißwürstl. Danach erhalten die Tagesgäste ihre
Sicherheitseinweisung, die kleinen und großen Schwimmwesten werden anprobiert. Bereits um
9:50h laufen wir aus, neuer Rekord. Vom Technischen läuft das Ablegen inzwischen
routiniert ab. Traude, Deborah und Luisa fahren die Motormanöver und können es. Dann
werden Knoten geübt. |
|
 Mitsegler
Gottfried |
| Plan ist für heute, bis
ordentlich auf den Obersee zu fahren und in Friedrichshafen zu übernachten, da Traude von
dort per Zug das Auto nachholen kann. Wieder ist kein Wind und wir motoren zügig zur
Höhe Fährlinie Meersburg Konstanz, dem deutschen Ufer näher. Die Sonne scheint
wunderschön. Dann zeigt sich plötzlich, dass der Fäkalientank unerwartet bereits voll
anzeigt, wir laufen den versteckten Hafen Schloß Kirchberg an zum Schnuddeln, was gut
klappt. Leider dürfen wir an dem idyllischen Hafen mit sehr einladendem Kaffee und
benachbartem Spielplatz unter Bäumen nicht bleiben, Jürgen möchte zügig nach FN
fahren. Dies ist Plan B: den Mittag in FN promenieren und abends, wenn Wind kommt, erneut
auslaufen und eine Runde segeln und Baden vom Boot aus, darauf sind v.a. die Kinder
scharf. Heide und ich bereiten leckere Salate mit
Thunfisch, Käse und Schinken und Weißwürsten vor und um 14:30h laufen wir nach 19sm
unter Motor in FN im Berufshafen ein. Im Becken müssen wir eine Extrarunde drehen, um
einem ausfahrenden Ausflugsdampfer auszuweichen, was Jürgen routiniert erledigt, wir
Unerfahrenen denken ist das Heck nah!
Angelegt wird römisch-katholisch über Mooring an
Backbord, für mich das erste Mal, so dass ich den kleinen Moment zunächst verpasse, die
Vorleine durchzustecken, aber per Bootshaken klappts. Traude hat vorgegessen und macht
sich per Zug auf den Weg nach Sipplingen, das Auto nachzuholen. |
|
 

|
|
Nun kommt der Klops.
Wir liegen auf dem angeblich letzten Platz und dürfen nicht mehr auslaufen, wenn wir ihn
halten wollen. Diskussion. Die Kinder und ich wollen natürlich auslaufen, z.B. zurück
nach Schloß Kirchberg, Traude auch, weiß aber von nichts, bei den Damen und bei Jürgen
ist es nicht so eindeutig, es lockt die Promenade und wer weiß, ob wir anderswo einen
Platz bekommen. Der Hafenmeister von Schloß Kirchberg kann 30min. lang telefonisch nicht
erreicht werden und Jürgen legt als Skipper fest, es wird geblieben. Mittlerweile hatten wir gegen 15:15 Uhr also zunächst Mittag
gegessen. Es zeigt sich nun ein verstopftes Abflußventil in der Küche. Es wird
gemeinschaftlich repariert. Die Kombüse wird aufgeräumt, es folgen Toilettengänge und
die Kinder wollen jetzt auf dem Rückweg auf einen Baum klettern.
Schon ist es 17 Uhr und Traude ist zurück. Um die Kinder
jetzt per Bootsmannsstuhl in das Rigg zu hieven, ist es jetzt auch schon zu spät, daher
teilt die Gesellschaft sich auf: die Großen gehen auf die Promenade, die Kleinen mit
Familie pilgern die Promenade durch zur Badebucht, wo wir tatsächlich bei gefühlten 17°
baden.
Dann treffen wir uns im Gasthof zur Stadtmauer am See und
es gibt ein ordentliches Essen. Die Kinder locken Horst mit Vergnügen scherzfragend aufs
Glatteis und spielen Biberbande. Wind kam erst gegen 18:30 Uhr und für 30-40min. auf.
Angesagt ist Sturm. |
 
|
|
Nach dem Abschied von den Tagesgästen, die
heute bei alten Freunden aus Singen übernachten, machen wir uns bettfertig. Der Code für die Sanitäranlagen reagiert offenbar
personenspezifisch, ein Phänomen, was Horst zu mehrfachen Kontrollgängen inspiriert, was
aber nicht gelöst werden kann. Beim Wein im Cockpit um den aufgebauten Tisch fallen fast
allen die Augen zu. Noch später können wir vom Boot aus eine gigantische Seebeleuchtung
im Westen ansehen, ohne viel Regen. Was sich hinter einer spätabendlichen Modenschau
einmal anders verbirgt, bleibt den Crew-Mitgliedern vorbehalten. Alle hoffen auf morgen,
dass sich für uns noch eine Chance zu Segeln ergibt. |
|
 
|