www.uvis-segeln.de CT - I - 23.05.2008   Private Segelfreunde
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Segeln Website  -  Revierinfos und Törnberichte  -  Bodensee  -  Come-together-08-I   -  CT - I - 23.05.2008


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Freitag, der fünfte Segeltag

Der letzte Tag sollte ganz anders laufen als die bisherigen Tage. Zum einen war unsere Crew auf vier Personen zusammengeschrumpft, zum anderen sollte heute das Boot abgegeben werden. Außerdem gab es den Wunsch zu einer Nachtfahrt. Am Vorabend stimmten wir die Parameter für die Nachtfahrt ab. Um 3:00 sollte es los gehen, wenn mindestens ein Viertel der Bewölkung aufgerissen war und sich Chancen böten eine restliche Sternennacht, einen schöne Morgendämmerung mit blutrotem Sonnenaufgang zu erleben.

02:30 - Ich wachte auf und schlich zum Niedergang. Ich schob das Dachschot nach hinten, drehte meinen Hals heraus und sah den Mond. Fein, - aber das war es dann auch schon. Sonst nur Wolken und kein Sternenhimmel. Wieder runter und auf den Wecker gewartet.

03:00 - Das Handy bimmelte, - ähnliche Situation: Mond gerade noch sichtbar, keine Sterne in Sicht, zudem totale Flaute. Ich weckte Gerhard, um mich mit ihm abzustim- men. Schließlich wollten wir die verbliebene Mannschaft nicht enttäuschen, wenn die Nachtfahrt ausfällt. Wir ent- schieden uns für Plan B. Der hieß: In der Frühe ablegen und unterwegs frühstücken. Zurück in die Kojen und weitergepooft.

05:30 - Ein Automatismus öffnete mir die Augen. Ich weckte Gerhard und machte mich auf den Weg zur Behindertentoilette. Eine Katzenwäsche sollte heute genügen. Nachdem wir gestern Abend kein Nachtticket mehr gelöst hatten, konnten wir folglich auch nicht den Marina-Service in Anspruch nehmen. War uns auch gerade recht, denn die Bordkasse hatte schon stark Ebbe. Zudem lagen noch Restkosten für Diesel an. Zwischenzeitlich machten sich Gerhard, danach Marina und Michaela auch auf den Weg. Ich schnupperte den Wind, um mir über das Ablegen Gedanken zu machen. Wir lagen gut vertäut. Nachdem es windstill und das Wasser des Hafenbeckens platt war, dürfte das keine zu große Herausforderung sein. Doch wollten wir nicht mit unötigen Lärm in der Frühe alle möglichen Geister wecken. Ich nahm schon mal den Landstrom weg, eine der Aufgaben, für die bisher Gerhard und Markus täglich zuständig waren, wickelte die Kabeltrommel auf und verstaute sie samt Adapter in der Backbord-Backskiste. Danach wurde die Lee-Spring gelöst. Nachdem unsere beiden Damen an Bord waren, Gerhard die Einstiegshilfe über den Bugkorb und Anker (Bierkasten) wieder beim Restaurant abgegeben und das letzte Crewmitglied die Bordschuhe gebunden hatte, wurde auf dem Vordeck das Ablegemanöver besprochen.

Bericht geschrieben in Vertretung 
für den ausgefallenen Thomas

Skipper Jürgen




06:00 - Ablegen. Marina an die Luv-Spring, Michaela an die Luv-Bugleine. Gerhard mit dem Bootshaken sollte uns steuerbordseitig mit dem Bug am Nachbarschiff halten, damit wir rückwärts schön in die andere Richtung über Backbord herausfahren konnten. Mit einem 90-Grad-Viertel- kreis kamen wir, wenn es günstig lief, bis an eine halbe Schiffsbreite vor dem Bug der gegenüber- liegenden Schiffen heran. Können wir nur froh sein, dass hier kein Muring- und Bugankergebrauch vorgesehen war. Dafür wäre es zu eng. Die Ausfahrt aus der Box ohne Heckdalben, bei der wir nur vorseitig und über die beiden Springs befestigt waren, verlief perfekt.

In Ruhe nahm jeder seine Aufgaben wahr, wir legten ab, rückwärts, dann vorwärts, einen 90-Grad Kurswechsel im Hafenbecken und vor uns lag die Hafenausfahrt.

Zwischenzeitlich kletterten schon die ersten Personen aus ihren Booten und im gewerblichen Bereich begannen die ersten mit ihrem Tagewerk. Die Festmacher wurden klariert, die Fender abgenommen und in der Steuerbord-Backskiste verstaut. Der Tisch wurde im Cockpit hinter der Steuersäule aufgebaut. Gerhard übernahm das Steuer.

06:30 - Gohren wurde verlassen und im ange- messenen Abstand vom Ufer ging es an Langenargen vorbei. Westlich vor Langenargen stand eine Messstation ziemlich weit im See.

Ich erinnerte mich dabei an den ersten Törn. Bei einer Neumond-Nachtfahrt hätten wir beihnahe diese Station gerammt. Das Problematische, auch heute noch, - sie ist nicht in den Seekarten eingezeichnet, sie ist nicht beleuchtet, es werden auch keine Signale (Geläut) von ihr abgegeben. Jedenfalls tauchte sie seinerzeit urplötzlich und schemenhaft aus dem Dunkel - erst beim Querabpassieren - auf und im Abstand entsprach dieser gerade einmal einer bis zwei Schiffsbreiten. Ich denke, das war "absolutes Glück" seinerzeit.

07:15 - Zeit für das erste Frühstück. Das Wasser ist ruhig, das Wetter gut, kein Wind, - alles sprach dafür, das Frühstück an Deck einzunehmen. Nachdem der reduzierte Küchendienst am Vor- abend schon abgemustert hatte, packten die Übriggebliebenen an, kramten die letzten Vorräte aus Kühlschrank zusammen und garnierten sie nett auf dem Tisch.

Cappucino neben Kaffee, der letzte Schinken, und den reichlich mit Gürkchen und ein wenig Peperoni trappiert, dazu die letzten Müsliriegel, - einfach alles kam ins Angebot. Das Steuerrad wurde festgeschaubt. Von Zeit zu Zeit ein kleiner Rundumblick, ob denn alles okay ist, wurde wahrgenommen. Der Generalkurs an der Friedrichshafener Bucht vorbei Richtung Mainau lag an.

8:30 - Nach dem Frühstück wurde es richtig warm, die Sonne schien kräftiger und endlich konnten wir uns aus den bisher getragenen Regenklamotten schälen. Auch beim frühen Auslaufen heute Morgen bewahrten sie uns vor leichter Unterkühlung.

Die Windjacke kam runter, die langen Jeans wurden gegen kurze Hosen getauscht und ein T-Shirt genügte völlig. Es wäre die Zeit reif für einen Sonnenschutz gewesen. Aber in den letzten Tagen war unsere Haut derartig verhüllt, dass frische Luft auf dieser auch mal gut tat. Wir fuhren vorerst weiter unter Motor, bis die Fährlinie Meersburg - Staad gequert wurde. Danach wollten wir noch einmal nach dem Wind schauen und die Segel setzen.

10:00 - Die Fährlinie wurde passiert, der richtige Moment zwischen den sich kreuzenden Fährschiffen abgepasst. Wind kam immer noch nicht in Sicht, obwohl die See leicht kräuselte. Wir fuhren jetzt bis Wallhausen durch, um Fäkalien zu entsorgen und danach die restliche Zeit zu segeln.

Erste Wache nach der Ausfahrt - Gerhard und Marina

 

Michaela beim Aufbereiten der restlichen Bestände

 

Endlich runter mit den dicken Klamotten 
Body frei für die Sonne

 

Trotz Gemotze aus dem Hintergrund - Keep smiling

11:00 - Wallhausen - Toilettengang und Fäkalien absaugen. Als wir hinkamen, war der Platz von einer kleineren Yacht belegt, deren Besatzung am vespern war. Als ich mit dem Boot an ihrem Heck ankam, machte ich sie darauf aufmerksam, dass wir eigentlich unsere Schnuddelei loswerden wollten. Sie sprangen gleich auf und "begannen" ihre Entsorgungen. Wir machten langsame Fahrt rückwärts und warteten vor der Einfahrt. Nach fast 20 Minuten waren sie dann endlich fertig und wir legten an. Ich muss sagen, auch mit einer reduzierten Crew lief das vorzüglich. Da zeigte es sich wirklich, wie man nach ein paar Tagen zu- sammengeschweißt, neue Dinge lernte und wenn es darauf ankam, dass es auch funktionierte. Ein bis zwei kleine Korrekturen beim Querfendern an den hohen Dalben, Motor aus, schon lag das Boot fest und die Schnuddelei konnte beginnen. Gleichzeitg wurde Frischwasser aufgenommen. Wir schlossen unser Programm noch mit einem Toilettengang ab. Am Kai waren ein paar jugendliche Angler, die gerade einen Barsch, in der Schweiz sagt man "Egli", herausgezogen hatten. Ich fragte einen, ob er von uns ein Foto machen könne. Das ging. Wir hatten uns noch  nicht einmal richtig positioniert, als uns auf der gegenüberliegenden Seite der Fäkalienstation so ein alter Haudegen in Begleitung von zwei anderen Langweilern anpflaumte, - was wir denn hier so lange machten. Als ob der nichts anderes zu tun hatte, als hier rumzupflaumen. Es muss immer Leute geben, die schwätzen um Komplexe abzubauen.

11:45 - Ablegen, raus auf den See, in den Wind gefahren und Segel gesetzt. Michaela war jetzt einmal dran. Die letzten Tage waren etwas zu heftig für sie. Sie hatte über Schmerzen in den Knochen und der Muskulatur geklagt. Heute war eine stressfreie Zeit, wir waren zu viert, das Wetter, Wind und Welle sehr umgänglich. Es ging hart an den Wind, dann wurden Wenden gefahren, zuerst Michaela, dann Gerhard, dann Marina. So kreuzten wir auf bis hinter Sipplingen und mussten dann auf Raumschot gehen um wieder nach Überlingen zurückzukommen. Das wäre jetzt eine gute Gelegeneheit gewesen auch "Halsen" kennenzulernen und sie zu üben. Doch jetzt fiel irgendwie der Wind ein.

14:00 - Die Segel wurden eingeholt und ein letztes Mal sich auf die Einfahrt vorbereitet. Das war kein leichtes Unterfangen, denn erstens war die Einfahrt sehr eng und die Box ließ kaum Platz um ordentlich in 90-Grad-Bogen hineinzudampfen. Zudem kam der Wind so ungünstig, dass er uns seitlich in die Einfahrt hineinfiel und gegen die Dalben drückte. Wir fenderten reichlich ab und es lief perfekt. Wir kamen fast rum, mussten uns am Lee-Dalben ein wenig verholen und mit dem Bug voraus zur Pier vorfahren. Hier konnten wir uns auch nicht idealerweise zentriert halten, da die einzige Ausstiegsmöglichkeit ziemlich weit rechts in der Box lag und wir mit dem Bug ganz gehörig nach Steuerbord verholen mussten um mit dem Bugkorb in Trittweite der Leiter zu kommen. Das Anlegemanöver wurde großzügig vom Vercharterboss Kai unterstützt, indem er uns eine Leine zum Festmachen rüberwarf und uns dann kommentarlos uns wieder selbst überlies.

14:15 - Einlaufbier, - wir waren vor 15:00 angekommen, - zum großen Teil war das Gepäck schon alles verstaut. Der Rest wurde wenig später zusammengeräumt. Nachdem die Autos günstig geparkt waren, konnte das Ausladen und Rückverstauen unmittelbar beginnen. Gerhard machte noch Resteintragungen im Logbuch, Marina übergab mir die Bordkasse und rechnete noch das Kassenbuch ab. Wir hatten das Einlaufbier noch gar nicht richtig fertig getrunken, kamen schon Thomas, der Chaffeur von Michaela und Marinas Sohn mit Freundin. Es waren damit alle wieder da, genauso wie wir uns am Sonntag verabschiedet hatten. Gleichzeitg nahm die Hitze richtig stark zu. Der Schweiß rann uns gerade so am Körper runter. Während die anderen ihre Klamotten an Land trugen, ging ich ins Charterbüro um Nachricht zu hinterlassen, dass wir bereit seien.




14:45 - Rückgabe-Check - Es kam der gleiche Vertreter des Vercharterers, wie bei der ursprünglichen Übergabe des Bootes. Wir liefen übers Oberdeck, er rüttelte an der Reeling, alles okay. Er prüfte die Backskisten, die Festmacher, die Fender, - es war ja auch alles in Ordnung und es gab ja bis auf drei Kinken, die wir während der Woche feststellten auch von unserer Seite her keine Probleme. Nachdem alles abgelesen, der Betriebsstundenzähler als Grundlage für die Berechnung des Dieselverbrauches mit 3,-- Euro je Stunde pauschal ermittelt war, wurden unsere Hinweise aufgenommen. Es waren eigentlich nur Kleinigkeiten:

a.) Während des strümischen Dienstags hatte sich am Bimini-Gestänge eine Mutter gelöst und eine Zwischenstrebe aus der Halterung gezogen. Die lose Strebe wurde während der Fahrt festgebänselt und im Hafen von Fussach fachmännisch durch eine beim Hafenmeister besorgte Mutter wieder hergestellt. Dabei stellten wir fest, dass die Schaube auf der die Mutter festgezogen wurde, verbogen war.
b.) Ein Verschlussschnapp der Steuerbord-Backkiste hatte sich herausgedreht und war auf einmal auf dem Boden gelegen. Wir hatten sie wieder hineingedreht.
c.) Um die obere Segelnock an der das Großfall befestigt war und aus der Lazyjack herausschaute war ein Befestigungsband mit Schnalle angebracht, sicherlich mit der Aufgabe versehen, das Segel mit der Lazyjack  zu halten. Im Gegensatz zu anderen Booten wurde das Großfall nicht abgenommen und an den Mast geschäckelt. Das eine Ende des Festmacherbandes, das durch eine Schnalle genippelt werden musste, war ausgefranzt und sollte ausgetauscht werden. Es machte dem Mastmann kein Spass, erst recht wenn man noch dicke Finger hat, eine Ewigkeit zu verbringen den berühmten Nippel durch die Lasche zu ziehen.

Drei geringe Mängel, die angezeigt wurden. Sie sollten den Vercharterer anregen, derartigen Verschleiss zu kennen und bis zum Einchecken der nächsten Crew zu beseitigen. Besser so, als ein Schiff im defekten Zustand einer Folgecrew übergeben, die dann die gleichen Handicaps erleben würde. Nachdem auch diese Informationen weitergetragen wurden gings zum Charterbüro. Das Übergabeprotokoll wurde abgezeichnet. Damit war der Törn erfolgreich beendet, die Kaution erstattet. Für den Diesel berappten wir noch 66,-- Euro. Ja, ja die Energiepreise,  jetzt spüren wir sie hier auch schon am See.

15:15 - Das wars, - oder doch nicht? Ich wollte gerade gehen, da kam der Charterboss ins Büro und setzte mich in Kenntnis, dass wir an der Lazyjack den Schonbezug kaputt gemacht hatten und die Fiberglasstangen frei herausstanden. Ich ging noch einmal auf das Boot und schaute mir das an. Tatsächlich, am Ende der Lazyjack war die Naht auf "beiden" Seiten aufgegangen und ca. 2 - 3 cm standen die Fiberglasenden heraus. Ich muss gestehen, ich war überrascht, denn während ich einmal die Position des Mastmannes eingenommen hatte, konnte ich dies nicht bemerken. Jetzt wurde ich zudem darauf aufmerksam gemacht, dass die Segelspitze gar nicht mit dem Festmacherband festzumachen gewesen sei und das durch diese Handhabung möglicherweise Kräfte auf die Lazyjack ausgeübt wurden, die die Nähte zu platzen brachten. Jetzt war ich total baff, denn erstens war bei der Übergabe diese Segelspitze festgezurrt und bei uns herrschte der Eindruck vor, dass es zur ordentlichen Segelarritierung auf diesem Schiff dazugehöre, da ja auch keine Ausschäckeln der Großfalls vorgesehen war, - zudem logisch. Bei der Rückgabe wurde das Segel in die gleiche Position gebracht und festgezurrt, sonst hätten wir ja auch nicht das Festmacherband mit der Schnalle moniert. Denn dieses wurde offensichtlich durch Nichtbenutzung ausgefranzt(!) Nun Tatsache war, dass die Naht der Hülle auf einer Länge von jeweils 2 - 3 cm aufgetrennt war. Eine Näherin wird einschätzen können, was für ein Aufwand es bedeutet, 2 cm gelöste Naht am Segelleinen wieder zuzunähen. Auf meine Frage, wie wir das regeln sollten,   meinte der Vercharterer 50 Euro,--, denn er müsse die ganze Lazyjack abnehmen und zum Nähen geben lassen. Ich fragte nach, ob das nicht ein wenig zu viel sei und er es mir bitte schriftlich geben könne, damit wir das in der Segelgemeinschaft klären und entsprechend erledigen könnten. Damit war die Sache scheinbar klar. Ich ging von Bord, denn wir wollten nach Überlingen in die Markthallen gehen, um den Törn ausklingen zu lassen

Eine enge Einfahrt, die wir optimal nahmen

 

Abschiedsstimmung am Bodensee 
(Bild geklaut vom Vorjahrestörn)

15:30 - Unruhe - Es grummelte mir im Magen. Seit über zehn Jahren segele ich in unterschiedlichen Revieren, bei unterschiedlichen Vercharterern, unterschiedliche Boote und mit gänzlich unterschiedlichen Crews. Noch "nie" gab es irgendwelche Beanstandung, noch nie wurde 1,-- DM oder 1,-- Euro der Kaution abgeknabbert. Ganz einfach, weil ich stets Sorge trug, dass die Crews pfleglich mit dem gecharterten Booten umgehen. Ich informierte Gerhard, den Mastmann unseres diesjährigen Törns, der jeden Tag an dieser Position diese Schnalle auf und zu machte und das Problem mit der Lazyjack eigentlich kennen müsste. Gerhard meinte darauf hin: "Ja, das mit der Fiberglasstange war schon vom ersten Tag an".

Wir gingen zurück zum Boot. Ich konfrontierte Gerhard mit der Lazyjack und dem Vercharterer. Gerhard bestärkte ganz klar, dass diese offene Naht von Anfang an so war und er sich nicht daran gestört hatte, weil ja auch das Festmacherband mit Schnalle so ausgefranzelt war. Schließlich einigten wir uns alle, es darauf beruhen zu lassen.

Ein dummes Gefühl bleibt dabei jedoch hängen, - für alle Beteiligten, - denn objektiv war die Naht tatsächlich auf, genauso wie der Festmacher, den man nicht benutzen sollte, durch Gebrauch ausgefranzelt war. Überrascht waren wir beide dann doch, als der Vercharterer abschließend sagte, dass ihm sehr wohl offene Nähte an der Lazyjack einer Bavaria 36 bekannt waren, aber nicht an der Bavaria36 cruiser . Nun gut, - schauen wir dann wohl mal, ob es ein nächstes Mal gibt.

16:00 - Mit leicht gestörten und gemischten Gefühlen gings ab nach Überlingen. Einerseits lagen uns allen dieser komische Abschluss eines sonst hervorragenden Törns im Nacken, das Boot war sonst absolut gut gelaufen und tipp-topp in Ordnung, anderseits die Hitze, die vielen Touris und jetzt noch der Fußmarsch entlang der Therme und durch den Park zur Promenade.

In unmittelbarer Nähe des Westhafens gab es keinen Biergarten, wie beispielsweise von Sipplingen oder Gohren gewohnt. Doch die nicht anwesende Monika hatte die geniale Idee, als sie mit mir bei der Vorerkundung 14 Tage vorher die Markthallen kennenlernte, dass es ein idealer Abschluss für eine erfolgreiche Crew nach einem Supertörn sei. Ein letztes Glas Wein im Stehen anstelle eines Bieres im Biergarten wäre einmal eine adäquate Neuerung.

Doch irgendwie, war der Weg dann doch zu weit, die Touris zu viel, die Sonne zu heiß oder die Planung der mitgekommenen Chaffeure konträr. An den Markthallen angekommen gab es kaum ein Mäh, ein Muh, die Knochen taten weh, der Kopfschwindel des Auf und Ab im Boot hielt auch noch an Festland an. Dann noch Stehen - oh-jeh und Wein, was ist denn das? Jedenfalls musste ich zur Kenntnis nehmen, dass dieser wohl gut gemeinte Gedanke von Monika, eben nur ein Gedanke war und es zumindest diesmal besser gewesen wäre, sich gleich nach dem Einstauen des Gepäcks in die Autos zu verabschieden.

Ob mich nun diese erstmalige Erfahrung einer zur Kapitulation bereiten Crew zu einer Änderung künftiger Ausklänge anregt, vermag ich noch nicht abzuschätzen. Sicherlich wird es aber bei einem künftigen Seglertreffen zu diskutieren sein.

Somit schließe ich mit diesen Ausführungen einen zu 99% hervorragenden und in jeder Richtung unterhaltsamen Törn ab. Es haben sich in diesen Begegnungen neue Freundschaften entwickelt.

Allen gemein war das Interesse weiterzumachen und es wurde überwiegend der Wunsch geäußert, wenn möglich genau in dieser Besetzung künftige Törns zu planen. Nun denn, der Türkei-Törn steht vor der Tür, - danach werden wir weitersehen, - dann beginnt die Planung für 2009 und 2010.


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