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Mittwoch, der dritte Segeltag Nachdem sich am Dienstag Abend die Tagesgäste verabschiedeten,
erreichten wir voll gefuttert (wie so immer), die Sirius. Ich konnte kaum noch gehen vor
lauter gutem Essen. Nach einem abschließenden Gute-Nacht-Trunk mit der Crew verzogen sich
so nach und nach alle in Ihre Kojen, mit Ausnahme unseres Schwoaben und Michi. Sie hatten
noch allerlei zu bereden, zu diskutieren.
Die Nacht war absolut ruhig, trotz des doch sehr
stürmischen Tags zuvor. Ich jedenfalls schlief tief und fest. Der nächste Morgen kam
etwas Sonne, mehr bewölkt, aber kein Regen. Und da war er auch schon unser
heutiger Tagesgast ein Fischköpfli namens Horst. Er machte zurzeit gerade Urlaub
am Bodensee und nutzte die Gelegenheit, zu einem ersten Hallo als Tagesgast bei einem
Cometogether. Seine Frau hatte ihn nach Fussach gefahren.
Ich meine, die zukünftigen Tagesgäste könnten sich ihn
doch mal als Vorbild nehmen weil er kam mit frischen Weggli - grinsel.
Marina saß bereits oben an Deck mit der üblichen Tasse Kaffee und ihrer Zigi. Sie
begrüßte Horst und hieß ihn an Bord der Sirius herzlich willkommen. Kurz darauf
erschienen dann auch Jürgen und der Rest der Crew, die vom Duschen zurückkamen |
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Mitsegler Markus |
Es folgte
das üblich, reichhaltige Frühstück und Horst hatte die Möglichkeit, die
Bande ein wenig zu beschnuppern. Nachdem er seine Sicherheitseinweisung
erhalten hatte, ließen wir den Vortag mittels Briefing Revue passieren. Alles gesagt,
alles getan. Also wohin soll die Reise heute gehen? Es ist geplant von Fussach nach Gohren
(Meichle & Mohr-Hafen). Also letzter Toilettengang und dann Leinen los.
Wir verließen den malerisch idyllischen
Naturhafen von Fussach und nahmen Kurs auf. Die erste Station vorbei an der
Seebühne zu Bregenz. Leider konnten wir keine Segel setzen; mussten also motoren. Sind
ganz langsam an der Bühne vorbei getuckert, die dem James Bond Film als Kulisse diente.
Horst lästerte ein wenig wegen der Flaute auf dem See. Das gäbe es bei ihnen im Norden
eben nicht, da sei immer mit beständigem Wind zu rechnen. Na ja, was solls man kann
eh nichts daran ändern, also dann eben aus der Not ne Tugend machen. Wir ließen es
langsam angehen, genossen einfach den Tag. Nachdem sich herausstellte, wir würden bis zur
Mittagszeit auf jeden Fall keinen gescheiten Segelwind bekommen, beschlossen wir in
Friedrichshafen Station zu machen.
Wir steuerten also den Hafen an, wobei es
sich nicht um einen reinen Yachthafen handelt, sondern auch die großen Schiffe der
weissen Flotte hier vor Anker gehen. Da hieß es Vorsicht walten zu lassen. Aber unser
Skipper Jürgen lenkte in gewohnt sicherer Manier die Sirius in eine passend große Box.
Das mittlerweile gut eingespielte Crew-Team unterstützte ihn tatkräftig beim Anlegen. So
ging alles reibungslos über die Bühne, wir konnten uns also landfein machen.
Die Sonne bahnte sich von Stund zu Stund
mehr den Weg durch die Wolken, sodass man durchaus von einem sonnig, warmen Tag sprechen
konnte. Dies hatten auch noch viele andere erkannt, weshalb Menschenmassen den Tag zu
einem Spaziergang nutzten. Es war die Hölle los. Mittlerweile zogen wieder dickere Wolken
auf, ein Gewitter schien im Anzug zu sein. Doch wir waren optimistisch und schnappten uns
einen Tisch direkt am Wasser ohne Beschirmung. Kaum dass wir da saßen, fing es an
zu tröpfeln und innerhalb kürzester Zeit, öffnete der Himmel seine Schleusen und es
goss aus Kübeln. Nach vollzogenem Standortwechsel (unter große Sonnenschirme) genossen
wir einen Eisbecher oder sonstige Leckereien. Und vor allem das Beobachten der
vorbeiflanierenden Menschenscharen machte riesigen Spaß. Was man dabei doch so alles
sehen kann. |
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Jürgen gab
das Zeichen zum Aufbruch und so machten wir uns auf, zurück zum Boot. Das Wetter hatte
sich nun endlich eingependelt, es wechselte ständig zwischen Regen und etwas Sonne.
Wieder an Bord nahmen wir unseren Kurs gen Gohren wieder auf. Es gab hierbei sogar etwas
Wind, wir setzten die Segel. Horst bewies sich als erfahrener Segler und hatte daher
keinerlei Mühe, das Boot unter Segel zu lenken. Aber so richtig segeln konnte man das
Ganze einfach nicht nennen. Wir dümpelten meist mit 2 höchstens 3 Knoten über den See.
Aber wir hatten ja Zeit, na ja bis
spätestens 16.00 Uhr sollten wir schon im Hafen sein, da wir einen Gastliegeplatz
benötigten und wir auf die nötige Info durch den Hafenmeister angewiesen waren. Zudem
musste der Platz und die Karte fürs Duschen auch noch organisiert und bezahlt
werden. Das Anlegen in der Box erwies sich als nicht ganz einfach, denn es bedurfte
mehrerer Korrekturen nicht im Hineinfahren, sondern beim Boot festmachen. Ständig
wurde eine neue Anweisung erteilt einmal Spring mitschiffs, dann doch nicht. Leine
von hinten nach vorne führen zuerst nur Steuerbordseite, dann Backbord. Also
Spring wieder lösen. Dadurch hatte das Ganze letztendlich dann doch einen leicht
chaotischen Charakter.
Aber auch das hatten wir
geschafft. Das Anlegebier dieses Abends hatten wir uns wirklich verdient. Danach
verabschiedete sich Horst erst mal von uns, er wollte seine Frau zum Abendessen mitnehmen,
wenn es uns recht sei. Klar, wir hatten nichts dagegen. Es wurde eine Uhrzeit ausgemacht,
da sie wieder am Boot sein sollten. Wir anderen gingen dann auch der Reihe nach zum
Duschen und machten uns frisch
Das Fischerstüble ist nur ca. 15 Min.
vom Hafengelände entfernt. Wir wussten zwar, dass es sehr gut frequentiert ist, aber dass
es so viel sein würde nee das konnten wir fast nicht glauben. Obwohl wir sehr
zeitig da waren, alles belegt. Auf Nachfrage von Jürgen im Lokal, vor 19.30 20.00
war mit keinem freien Platz für uns zu rechnen. Hm also was tun. Zur
Zeitüberbrückung entschlossen wir uns zu einem Spaziergang nach Langenargen. Gohren und
Langenargen sind mit einer Brücke über die Obere Argen verbunden. Wir schlenderten also
ein wenig durch Langenargen und fanden nebenbei eine kleine, schnucklige Pizzaria. Gerhard
und ich gingen hinein, es hatte Platz für uns alle. Aber die Mehrheit wollte
wieder zurück laufen zum Fischerstüble. Ok gut, dann gehen wir eben wieder
zurück. Es war mittlerweil so um die 19.20 Uhr rum. Und das Lokal war noch immer
so bumsvoll wie zuvor. Keine Aussicht, da heute jemals einen Platz zu bekommen. Was nun?? |
 
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Michaela legte energischen Protest ein,
nochmals ihre Schritte gen Langenargen Richtung Pizzeria zu lenken, um dann
festzusstellen, nu ist dieses Lokal auch belegt.
Also machten wir (Gerhard und ich) uns auf den Weg, um nachzusehen, ob noch Platz frei
wäre. Wenn ja, würden wir uns via Handy melden und den Platz frei halten. Doch es kam
ganz anders. Nachdem wir kurz vor dem Lokal waren, erhielten wir eine SMS, kommt zurück,
wir haben einen freien Platz im Fischerstüble. Also liefen wir den ganzen Weg eben erneut
zurück. Endlich wieder angekommen, hatten wir einen riesen Durst und einen noch
größeren Hunger !!! Aber wir wurden bestens entschädigt. Es gab ein oberfeines Essen
und da Michi und Marina ihre Portionen nicht schafften, fiel noch genug für den Schwoaben
und mich ab. So war es doch noch ein gelungener Abend. Denke mal, Horst und seiner Frau
gefiel es auch sehr gut bei uns. Wir plauderten und lachten und der Abend verging wie im
Flug. Irgendwann wollte Horst sich dann verabschieden, da sie ja noch ein Stück zu fahren
hatten. Das war das Zeichen zum Aufbruch. Wir luden ihn und seine Frau noch ein, mit uns
einen Abschiedstrunk an Bord zu nehmen, doch sie lehnten dankend ab. Sie wollten gen
Heimat es würde sonst zu spät werden. Wir verabschiedeten die Beiden
und gingen zurück an Bord.Den Tag ließen wir mit
einem Absacker nach Wahl ausklingen und begaben uns dann in unsere Kojen. |
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