www.uvis-segeln.de CT - I - 25.05.2007   Private Segelfreunde
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Freitag, der fünfte Segeltag

Heute ist der letzte Tag unseres Segeltörns. Es ist kurz nach 7:00 Uhr, ich wälze mich aus meiner Koje um Duschen zu gehen.

Der Himmel sieht wie jeden Morgen düster aus. Kurz vor der Marina merke ich, kein 50-Cent-Stück für Warmwasser mitgenommen zu haben, egal wird eben kalt geduscht.

Zurück auf dem Boot fällt mir ein das ich noch Brötchen holen muss. Ramon hat schon den Tisch gedeckt. Nichts wie ab in die Bäckerei und vier Laugenbrötchen und vier Semmeln geholt. Auf dem Steg höre ich plötzlich laute Willi-Rufe, denke hier kennt dich doch niemand, drehe mich mehrfach um und entdecke Gerd und Rita, die auf der anderen Seite der Bahnlinie stehen und winken.

 

Willi

Mitsegler Willi




 

 

 

 

 

Ramon hat mittlerweile das Frühstück soweit vorbereitet. Es besteht aus den Resten, die er noch im Kühlschrank gefunden hat.

Käse, Marmelade, Jogurt und acht Weißwürsten. Sari und Regi wollen keine Wurst. Ramon ist sehr skeptisch, lässt sich von Jürgen jedoch übereugen eine halbe Weißwurst zu essen.

3 1/2 Würste für Jürgen, drei für mich und eine für Gerd.

Der hohe Fleischkonsum am frühen Morgen verursacht ein plötzliches Reißen in meinem Gedärm, sodass ich schnellstens wieder die Marina zur Entleerung aufsuchen muss.

Nach dem Frühstück müssen die Damen noch duschen gehen, wie jeden Tag dauert es natürlich wieder eine Ewigkeit und drei Zigaretten(!) bis sie zurückkommen.

Ein kurzes Briefing. Unser Ziel ist heute Wallhausen, um das Boot zur Übergabe klar zu machen.

Ramon fährt heute zum ersten Mal das Boot aus dem Hafen. Das Ablegemanöver läuft perfekt. Nur mir gelingt es nicht das Seil in den vorgesehenen Haken zu hängen Jürgen rettet die Situation mit dem Bootshaken. Mittlerweile ist es 10:00 Uhr, der Himmel leicht bewölkt und die Sonne verwöhnt uns wie jeden Tag.

...muss ich heute aufstehen?

Reste essen... 
huuii!!

Die letzten Reste aus dem Kühlschrank

Ramon, - heute ist mein Tag

...Butterweich raus aus dem Hafen

Ab jetzt nach Wallhausen 
zum Tanken und Schnuddeln

 

 

 

 

 

Unter den lauten Klängen der Auslaufmusik verlassen wir den Hafen von Sipplingen in Richtung Wallhausen. Wind kommt auf, aus Zeitgründen beschließen wir die Segel erst auf der Rückfahrt zu setzen.

Kurz vor Wallhausen übernimmt der Skipper wieder das Ruder um die Tankstelle anzufahren. Ein so großes Boot um eine so kleine Kurve zu bringen, erfordert die ganze Erfahrung eines Seemanns. Die Tankwartin vertäut unser Boot alleine. Alle vorbereiteten Seile wurden nicht benötigt. Jetzt noch zur Schnuddelstation, um das Abwasser abzusaugen. Bei der Einfahrt ins Hafenbecken hat unser Skipper Jürgen leichte Probleme rückwärts einzufahren. Nach einigen Korrekturen haben wir das Boot am Steg vertäut und ruckzuck das Abwasser abgesaugt.

Wieder hinaus auf dem Bodensee zum Segeln. Leider totale Flaute, kein Wind, Also haben wir es uns gemütlich gemacht und eine Badepause eingelegt. Das Wasser ist zwar am Anfang kalt, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Eine kleine Zwischenmahlzeit mit Keksen, Müsli und Kaffee und schon war wieder eine Stunde vorbei.

Zeit zum Aufbruch. Regi hat das Ruder übernommen und fährt unter Motor zurück zu unserem Heimathafen. Ich habe mich auf meinen Lieblingsplatz  „der Badeplattform“  zurückgezogen.




Tanken in Wallhausen

Auslaufen zum Reste vertilgen

...wir haben abgesaugt

Ein letztes Mal baden

...*lach* 
...Du willst auch baden?

Die Füße ins Wasser, lasse ich die fünf Tage mir noch einmal durch den Kopf gehen. drei Schweizer, ein Badener, ein im Schwabenland lebender Pfälze und ein Hesse sind in dieser kurzen Zeit ein fast perfektes Team geworden. Wenn das nicht eine gute Völkerverstän- digung ist. Alle haben sich eingebracht, Spaß gehabt, nie ein böses Wort gefallen, jeder hat den anderen akzeptiert und geholfen.

Um 14:00 Uhr sind wir wieder in Sipplingen eingelaufen, Ramon hat eine perfekte Einfahrt hingelegt. Unglaublich in fünf Tagen vom Greenhorn zum Seemann.

Ein Schweizer-Einlaufbier haben wir darauf getrunken.

Mit einer noch nie das gewesenen Geschwindigkeit war das Boot von unserem Team leer geräumt und die Sachen in den Autos verstaut.

Biergarten nicht auf, Seehof noch zu, also zum Abschluss zum Italiener. Der Skipper hat uns die freudige Mitteilung gemacht, dass wir die volle Kaution zurück bekommen.

Der Abschied ist allen schwer gefallen, wir haben fünf wunderschöne Tage miteinander verbracht und uns geschworen, dass dies nicht der letzte Törn in dieser Besetzung gewesen sein soll. Ich habe dann am Bootanlegesteg noch eine Träne im Bodensee versenkt.

Willi Waschbär
Leichtmatrose der Aquarius

Sipplingen, - adieu

Das Wasser ist ja so nass

...und jetzt noch abtrocknen

...will auch trocknen

Feierabend... 
...das wars für diese Woche

Als Greenhorns sind wir gekommen 
als Segelfreunde  machen wir zusammen weiter


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