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Freitag, der fünfte
Segeltag Heute ist der letzte Tag unseres Segeltörns. Es ist kurz nach
7:00 Uhr, ich wälze mich aus meiner Koje um Duschen zu gehen.
Der
Himmel sieht wie jeden Morgen düster aus. Kurz vor der Marina merke ich, kein
50-Cent-Stück für Warmwasser mitgenommen zu haben, egal wird eben kalt geduscht.
Zurück
auf dem Boot fällt mir ein das ich noch Brötchen holen muss. Ramon hat schon den Tisch
gedeckt. Nichts wie ab in die Bäckerei und vier Laugenbrötchen und vier Semmeln geholt.
Auf dem Steg höre ich plötzlich laute Willi-Rufe, denke hier kennt dich doch niemand,
drehe mich mehrfach um und entdecke Gerd und Rita, die auf der anderen Seite der Bahnlinie
stehen und winken.
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 Mitsegler Willi |
Ramon hat
mittlerweile das Frühstück soweit vorbereitet. Es besteht aus den Resten, die er noch im
Kühlschrank gefunden hat.
Käse,
Marmelade, Jogurt und acht Weißwürsten. Sari und Regi wollen keine Wurst. Ramon ist sehr
skeptisch, lässt sich von Jürgen jedoch übereugen eine halbe Weißwurst zu essen.
3 1/2
Würste für Jürgen, drei für mich und eine für Gerd.
Der hohe
Fleischkonsum am frühen Morgen verursacht ein plötzliches Reißen in meinem Gedärm,
sodass ich schnellstens wieder die Marina zur Entleerung aufsuchen muss.
Nach dem
Frühstück müssen die Damen noch duschen gehen, wie jeden Tag dauert es natürlich
wieder eine Ewigkeit und drei Zigaretten(!) bis sie zurückkommen.
Ein
kurzes Briefing. Unser Ziel ist heute Wallhausen, um das Boot zur Übergabe klar zu
machen.
Ramon
fährt heute zum ersten Mal das Boot aus dem Hafen. Das Ablegemanöver läuft perfekt. Nur
mir gelingt es nicht das Seil in den vorgesehenen Haken zu hängen Jürgen rettet die
Situation mit dem Bootshaken. Mittlerweile ist es 10:00 Uhr, der Himmel leicht bewölkt
und die Sonne verwöhnt uns wie jeden Tag. |
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Unter den
lauten Klängen der Auslaufmusik verlassen wir den Hafen von Sipplingen in Richtung
Wallhausen. Wind kommt auf, aus Zeitgründen beschließen wir die Segel erst auf der
Rückfahrt zu setzen.
Kurz vor
Wallhausen übernimmt der Skipper wieder das Ruder um die Tankstelle anzufahren. Ein so
großes Boot um eine so kleine Kurve zu bringen, erfordert die ganze Erfahrung eines
Seemanns. Die Tankwartin vertäut unser Boot alleine. Alle vorbereiteten Seile wurden
nicht benötigt. Jetzt noch zur Schnuddelstation, um das Abwasser abzusaugen. Bei der
Einfahrt ins Hafenbecken hat unser Skipper Jürgen leichte Probleme rückwärts
einzufahren. Nach einigen Korrekturen haben wir das Boot am Steg vertäut und ruckzuck das
Abwasser abgesaugt.
Wieder
hinaus auf dem Bodensee zum Segeln. Leider totale Flaute, kein Wind, Also haben wir es uns
gemütlich gemacht und eine Badepause eingelegt. Das Wasser ist zwar am Anfang kalt, aber
man gewöhnt sich sehr schnell daran.
Eine
kleine Zwischenmahlzeit mit Keksen, Müsli und Kaffee und schon war wieder eine Stunde
vorbei.
Zeit zum
Aufbruch. Regi hat das Ruder übernommen und fährt unter Motor zurück zu unserem
Heimathafen. Ich habe mich auf meinen Lieblingsplatz der
Badeplattform zurückgezogen. |
 



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Die Füße ins Wasser, lasse ich die fünf Tage mir noch einmal
durch den Kopf gehen. drei Schweizer, ein Badener, ein im Schwabenland lebender Pfälze
und ein Hesse sind in dieser kurzen Zeit ein fast perfektes Team geworden. Wenn das nicht
eine gute Völkerverstän- digung ist. Alle haben sich eingebracht, Spaß gehabt, nie ein
böses Wort gefallen, jeder hat den anderen akzeptiert und geholfen.
Um 14:00
Uhr sind wir wieder in Sipplingen eingelaufen, Ramon hat eine perfekte Einfahrt hingelegt.
Unglaublich in fünf Tagen vom Greenhorn zum Seemann.
Ein
Schweizer-Einlaufbier haben wir darauf getrunken.
Mit einer
noch nie das gewesenen Geschwindigkeit war das Boot von unserem Team leer geräumt und die
Sachen in den Autos verstaut.
Biergarten
nicht auf, Seehof noch zu, also zum Abschluss zum Italiener. Der Skipper hat uns die
freudige Mitteilung gemacht, dass wir die volle Kaution zurück bekommen.
Der
Abschied ist allen schwer gefallen, wir haben fünf wunderschöne Tage miteinander
verbracht und uns geschworen, dass dies nicht der letzte Törn in dieser Besetzung gewesen
sein soll. Ich habe dann am Bootanlegesteg noch eine Träne im Bodensee versenkt.
Willi
Waschbär
Leichtmatrose der Aquarius

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