Nach der verspäteten Übergabe, dem ersten technischen Check,
dem Kojenbelegen und dem Proviantverstauen haben wir uns dann lieber gleich einem
Begrüßungsbier und dem wunderbaren Schweizer Wurst- Salat mit viel Käse (es war kein
Kartoffelsalat!) zugewandt. Die Sicherheitein- weisungen und Aufgabenverteilung werden auf
den nächsten Tag verschoben und ganz relaxed der Abend an Bord genossen.
Der Blick
in die Kajüte zeigte mir sofort, dass ich letztes Jahr als Tagesgast nicht so genau
hingeschaut hatte, und wegen der Enge musste ich schon erst mal schlucken, aber ich glaube
ich habe mich mit Ramon gut arrangiert und mit jeder weiteren Nacht wurde der Raum mental
etwas größer.
Auf jeden
Fall habe ich in der ersten Nacht ganz gut geschlafen und musste dann früh aufstehen,
weil ich mit Regula Küchendienst hatte und Frühstück vorbereiten durfte. Allerdings gab
es noch frühere Frühaufsteher, Jürgen und Ramon, die mit dem Bootscheck anfingen,
während die übrigen Crewmitglieder schon mal die Dusche testeten.
Für den
reichlich gedeckten Frühstückstisch hatte ich glücklicherweise noch ein Vorbild vom
vergangenen Jahr, denn ich frühstücke im Alltag eher spartanisch.
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Danach waren die Sicherheitseinweisungen und die Verteilung
von Verantwortlichkeiten für den Katastrophenfall unvermeidlich und so standen wir
alle ein paar Minuten mit unseren angelegten Schwimmwesten da, klärten uns über
Bedienung von Feuerlöschern auf, untersuchten die Inhalte der Backskisten und ich wurde
u.a. zuständig für das Notruder und die Notsignalwerkzeuge (mangels Feuerwerksraketen
hauptsächlich Hupe und rotes Tuch).
Und
weiter ging es mit der Aufgabenverteilung allgemein (Landstrom, Bimini und Radiotechnik)
und für das erste Auslaufen (Festmacherleinen, Auslaufmusik!).
Das Wetter war sonnig,
schon morgens um die 20 Grad warm, aber fast kein Wind. Nur in der Ferne im Westen machten
sich schon früh bedenkliche Wolkenformationen bemerkbar, die Gewitter und stürmische
Böen erwarten ließen.
Aber noch glitten wir ohne
Wind vorsichtig und rückwärts aus unserer Garage im flachen Wasser und
nahmen Kurs auf den Überlinger See.
Fehlender
Wind war kein Problem, da wir die nächsten drei Stunden mit Motormanövern verbrachten.
Jeder durfte mal links rum und rechts rum fahren, dann den über Bord gegangenen
Plastikkanister wieder einfangen und schließlich übten wir Rückwärtsanlegen an der
Hafenmauer, wie es im Mittelmeer oft üblich ist. |
 

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Da weiter Flaute herrschte, gab es danach erst mal Häppchen und
Bitter Lemon für alle und schließlich ausreichend Zeit zum Baden im an diesem Tag 15
Grad warmen Wasser, was bei einigen Entsetzen hervorrief, aber letztendlich bei der
drückenden Schwüle ganz gut tat.
Der Wind
kam schließlich am Nachmittag doch noch und wir setzten die Segel.
Mit ein
paar geschickten Segelmanövern, um mehr Wind einzufangen, zwei Wenden und einer perfekten
Hafeneinfahrt haben wir dann auch einen ordentlichen ersten Segeltag hingekriegt, der Raum
für weitere Steigerungen ließ.
Den Abend
haben wir dann ganz gemütlich schwatzend auf dem Boot verbracht, die von mir
mitgebrachten Spaghetti Bolognese waren lecker und mundeten glaube ich allen (Eigenlob
darf hier mal erlaubt sein).
Schumi
kam zu Ehren und das Bier wurde flüssiger, der Wind wehte kräftiger und die Gewitter
kreisten um uns rum. |
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