www.uvis-segeln.de CT - I - 29.06.2006   Private Segelfreunde
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Segeln Website  -  Revierinfos und Törnberichte  -  Bodensee  -  Come-together-06-I  -  CT - I - 29.06.2006


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Morgen

Donnerstag, der vierte Segeltag

Wie auch schon in den vorausgegangenen Tagen war die Nacht nach einem fröhlichen Abend viel zu früh zu Ende. Dafür sollte es aber die letzte Nacht sein, die Rainer „hochkant“ schlafen mußte. Die Koje (und auch die Kajütentür - aua) bergen für lange Menschen halt doch manche Tücke.

Die Marina zeigte sich dann von ihrer angenehmen Seite: sie bietet ausreichend warme Duschen ohne die lästige Suche nach Kleingeld, nachdem das Kunststück gelungen war, sechs Personen zu verschiedenen Zeiten mit nur einem Schlüssel dort einzuschleusen.

Monika und Sebastian als Küchencrew zauberten aus den noch vorhandenen Beständen ein ansprechendes Frühstück – statt wie am Vortag aufgebackener gab es frische Brötchen vom Unteruhldinger Bäcker. Kaum war der Tisch gedeckt, trudelten auch schon die Tagesgäste Wolfgang und Anja ein. Für die „notleidenden Seefahrer“ brachte Anja noch Muffins sowie eine weitere wichtige Komponente für den Abend mit, die zunächst in der Kühllast verstaut wurde.

Heute kommen meine Erinnerungen dran

Mitsegler Rainer




Nach einem gemütlichen Frühstück folgte das bekannte Procedere:

Rückschau auf den letzten Tag, Kassenbericht und Briefing (mit der ebenso spannenden wie heiklen Frage, ob heute noch der Fäkalientank überlaufen wird) sowie die Sicherheitseinweisung der Tagesgäste. Eine besondere Herausforderung waren dabei die Knoten, die als sportliche Herausforderung über den Tag verteilt immer wieder geübt wurden ...

Dann hieß es „Leinen los“ - nun waren alle froh, daß unsere Festmacher an Bord belegt waren, so daß niemand an Land zurückbleiben mußte, um sie zu lösen.

Nach einem eleganten Ablegemanöver ging es Richtung Meersburg, um dort die Fährlinie nach Konstanz zu kreuzen. Dabei waren wir von etlichen Booten mit einem gelben Wimpel begleitet – anscheinend Teilnehmer einer Regatta, die ebenso wie wir mit dem Mangel an Luftbewegung (um das häßliche Wort „Flaute“ zu vermeiden) zu kämpfen hatten.

So ließ sich auch der Plan, die Fährlinie unter Segel zu kreuzen, nicht verwirklichen, und der Schiffdiesel brachte uns mit seinen 29 PS zügig durch die stark befahrene Fährlinie. Zuvor hatten wir uns geschickt neben einer Fähre in Lauerstellung begeben, um direkt hinter ihrem Heck zu queren.

Zum Segeln müssen erst einmal 
die Segel ausgepackt werden

Wolfgang - fertig zum Auslaufen?

Und ab gehts, - hinaus auf den See

Achtung - Wolfi da kommt eine Fähre

Die Fähre soll nur kommen 
und dann hinten dran vorbei

Nachdem der Vorschlag einer Badepause bei den Tagesgästen auf keine große Gegenliebe stieß, blieb es mittags bei einem kleinen Imbiß auf dem See. Allmählich kam dann auch etwas Wind auf: „Setzt die Segel !“ Mittlerweile kannten wir auch die Funktion der vielen Schnüre - pardon, ich meinte natürlich die Leinen, Schoten und Fallen - , so daß das Manöver routiniert ablief. Aber wir lernten auch immer noch dazu: beim „Lazy Jack“ sollten die Leinen für das erste und zweite Reff beim Setzen des Großsegels frei sein – sonst hakt es.

Nun wurde nach dem flauen Vormittag wieder richtig gesegelt: die Segel standen prall im Wind, das Schiff neigte sich etwas zur Seite und der Speedometer zeigte erst drei, dann vier und später sogar noch fünf Knoten. Wenngleich dieses Tempo mit Motor auch zu erreichen ist, bietet das geräuschlose Dahingleiten unter Segel doch ein ganz anderes Erlebnis als auf einem dröhnenden Motorboot !

Wir nahmen Kurs auf unseren Heimathafen Sipplingen. Nach ein paar schönen langen Schlägen an einem kräftigen, aber etwas böigem Wind wurde dann der Skipper etwas unruhig, weil ihm aufgefallen war, daß andere Schiffe weiter vor uns mit einer völlig „falschen“ Segelstellung fuhren.
Völlig zurecht: nach einer kurzen Flautenzone drehte plötzlich der Wind, was die andere Segelstellung der Boote vor uns erklärte ! Aber dank der Aufmerksamkeit des Skippers waren wir vorbereitet, korrigierten die Segelstellung und fuhren einem weiteren langen Schlag Richtung Überlingen. Dann flaute der Wind allmählich wieder ab und wir fuhren unter Motor nach Sipplingen.




Zum Eis einen guten Bailey

Hmmm, das Eis wird schon gemacht

Das schwierige Einlaufmanöver in die unmittelbar an der Hafeneinfahrt gelegene Box gelang wieder einmal ohne Verlust an Mensch und Material, was prompt mit einem Einlaufbier gefeiert wurde.

Zwischenzeitlich waren Anja und Rainer in den Ort gesprintet, um vor dem drohenden Ladenschluß noch rasch Eis einzukaufen. Dieses wurde dann mit der mittlerweile der Kühllast entnommen mysteriösen Zutat auf dem Achterdeck serviert, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken.

Das Dinner fand dann im bereits zuvor hochgelobten „Seehof“ statt, der auch dieses Ma(h)l alle Erwartungen übertraf: von der Bodensee-Fischplatte bis zum asiatischen Salat mit Riesengarnelen begeisterten alle Gerichte auch den verwöhntesten Gaumen.

Das hervorragende Essen bildete dann auch den krönenden Abschluss der Segeltour für die Tagesgäste sowie Uwe und Sebastian, die aufgrund anderer Verpflichtungen an diesem Abend abmustern mußten. Dies war zwar schade, ersparte aber den Tagesgästen eine längere Wanderung: sie hatten ja ihr Auto in Unteruhldingen zurücklassen müssen. Nun konnten Uwe und Sebastian sie dort auf der Heimfahrt absetzen. Nach einem herzlichen Abschied zog sich dann die Restcrew auf das Schiff zurück, um den Abend in gewohnter Weise mit Kartenspiel, Spirituosenkonsum, tiefsinnigen Diskussionen und flotten Sprüchen gemütlich ausklingen zu lassen.

Riesengarnelen gegrillt auf pikanten Salat

Fisch, Fisch, Fisch, - soweit das Auge reicht

Pfifferlinge pur - Moni - Guten Appetit


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