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Donnerstag, der vierte Segeltag Wie auch schon in den vorausgegangenen Tagen war die Nacht nach
einem fröhlichen Abend viel zu früh zu Ende. Dafür sollte es aber die letzte Nacht
sein, die Rainer hochkant schlafen mußte. Die Koje (und auch die Kajütentür
- aua) bergen für lange Menschen halt doch manche Tücke.
Die Marina zeigte sich dann von ihrer angenehmen Seite: sie
bietet ausreichend warme Duschen ohne die lästige Suche nach Kleingeld, nachdem das
Kunststück gelungen war, sechs Personen zu verschiedenen Zeiten mit nur einem Schlüssel
dort einzuschleusen.
Monika und Sebastian als Küchencrew zauberten aus den noch
vorhandenen Beständen ein ansprechendes Frühstück statt wie am Vortag
aufgebackener gab es frische Brötchen vom Unteruhldinger Bäcker. Kaum war der Tisch
gedeckt, trudelten auch schon die Tagesgäste Wolfgang und Anja ein. Für die
notleidenden Seefahrer brachte Anja noch Muffins sowie eine weitere wichtige
Komponente für den Abend mit, die zunächst in der Kühllast verstaut wurde. |
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 Mitsegler Rainer |
| Nach einem gemütlichen Frühstück folgte das
bekannte Procedere: Rückschau auf den letzten Tag,
Kassenbericht und Briefing (mit der ebenso spannenden wie heiklen Frage, ob heute noch der
Fäkalientank überlaufen wird) sowie die Sicherheitseinweisung der Tagesgäste. Eine
besondere Herausforderung waren dabei die Knoten, die als sportliche Herausforderung über
den Tag verteilt immer wieder geübt wurden ...
Dann hieß es Leinen los - nun waren alle froh,
daß unsere Festmacher an Bord belegt waren, so daß niemand an Land zurückbleiben
mußte, um sie zu lösen.
Nach einem eleganten Ablegemanöver ging es Richtung
Meersburg, um dort die Fährlinie nach Konstanz zu kreuzen. Dabei waren wir von etlichen
Booten mit einem gelben Wimpel begleitet anscheinend Teilnehmer einer Regatta, die
ebenso wie wir mit dem Mangel an Luftbewegung (um das häßliche Wort Flaute
zu vermeiden) zu kämpfen hatten.
So ließ sich auch der Plan, die Fährlinie unter Segel zu
kreuzen, nicht verwirklichen, und der Schiffdiesel brachte uns mit seinen 29 PS zügig
durch die stark befahrene Fährlinie. Zuvor hatten wir uns geschickt neben einer Fähre in
Lauerstellung begeben, um direkt hinter ihrem Heck zu queren. |
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Nachdem der Vorschlag einer
Badepause bei den Tagesgästen auf keine große Gegenliebe stieß, blieb es mittags bei
einem kleinen Imbiß auf dem See. Allmählich kam dann auch etwas Wind auf: Setzt
die Segel ! Mittlerweile kannten wir auch die Funktion der vielen Schnüre - pardon,
ich meinte natürlich die Leinen, Schoten und Fallen - , so daß das Manöver routiniert
ablief. Aber wir lernten auch immer noch dazu: beim Lazy Jack sollten die
Leinen für das erste und zweite Reff beim Setzen des Großsegels frei sein sonst
hakt es. Nun wurde nach dem flauen Vormittag wieder
richtig gesegelt: die Segel standen prall im Wind, das Schiff neigte sich etwas zur Seite
und der Speedometer zeigte erst drei, dann vier und später sogar noch fünf Knoten.
Wenngleich dieses Tempo mit Motor auch zu erreichen ist, bietet das geräuschlose
Dahingleiten unter Segel doch ein ganz anderes Erlebnis als auf einem dröhnenden
Motorboot !
Wir nahmen Kurs auf unseren Heimathafen Sipplingen. Nach
ein paar schönen langen Schlägen an einem kräftigen, aber etwas böigem Wind wurde dann
der Skipper etwas unruhig, weil ihm aufgefallen war, daß andere Schiffe weiter vor uns
mit einer völlig falschen Segelstellung fuhren.
Völlig zurecht: nach einer kurzen Flautenzone drehte plötzlich der Wind, was die andere
Segelstellung der Boote vor uns erklärte ! Aber dank der Aufmerksamkeit des Skippers
waren wir vorbereitet, korrigierten die Segelstellung und fuhren einem weiteren langen
Schlag Richtung Überlingen. Dann flaute der Wind allmählich wieder ab und wir fuhren
unter Motor nach Sipplingen. |
 
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Das schwierige Einlaufmanöver in die
unmittelbar an der Hafeneinfahrt gelegene Box gelang wieder einmal ohne Verlust an Mensch
und Material, was prompt mit einem Einlaufbier gefeiert wurde. Zwischenzeitlich waren Anja und Rainer in den Ort gesprintet, um vor
dem drohenden Ladenschluß noch rasch Eis einzukaufen. Dieses wurde dann mit der
mittlerweile der Kühllast entnommen mysteriösen Zutat auf dem Achterdeck serviert, um
die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken.
Das Dinner fand dann im bereits zuvor hochgelobten
Seehof statt, der auch dieses Ma(h)l alle Erwartungen übertraf: von der
Bodensee-Fischplatte bis zum asiatischen Salat mit Riesengarnelen begeisterten alle
Gerichte auch den verwöhntesten Gaumen.
Das hervorragende Essen bildete dann auch den krönenden
Abschluss der Segeltour für die Tagesgäste sowie Uwe und Sebastian, die aufgrund anderer
Verpflichtungen an diesem Abend abmustern mußten. Dies war zwar schade, ersparte aber den
Tagesgästen eine längere Wanderung: sie hatten ja ihr Auto in Unteruhldingen
zurücklassen müssen. Nun konnten Uwe und Sebastian sie dort auf der Heimfahrt absetzen.
Nach einem herzlichen Abschied zog sich dann die Restcrew auf das Schiff zurück, um den
Abend in gewohnter Weise mit Kartenspiel, Spirituosenkonsum, tiefsinnigen Diskussionen und
flotten Sprüchen gemütlich ausklingen zu lassen. |
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