www.uvis-segeln.de CT - I - 26.06.2006   Private Segelfreunde
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Morgen

Montag, der erste Segeltag

Motto des Tages: Der Tag des Ouzo

Nachdem die Crew am gestrigen Sonntagnachmittag planmäßig eingecheckt hat – Skipper Jürgen und Co-Skipper Marina übernahmen die Aquarius, eine Bavaria 36, die für die kommenden 5 Tage unser zu Hause sein wird, und checkten Boot und Ausrüstung – den Abend dann bei Marinas vorzüglichem Nudelsalat, Rotwein, Haribo und Ouzo an Deck gemütlich ausklingen ließ, hieß es heute Morgen um 4:55 Uhr "Mövenalarm" und die ohnehin kurze Nachtpause nahm ihr jähes Ende.

Ein großer Mövenschwarm hatte sich am Pier neben unserem Boot versammelt und beschlossen, uns bzw. unseren Skipper zu wecken, der dann versuchte diese zu vertreiben. Nun das Ziel wurde erreicht, die Möwen waren weg und die Mannschaft wach. So kam dann 6:15 Uhr Bewegung ins Schiff und mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet wurde die Crew vom Kombüsenteam (Maria und Uwe) verwöhnt.

Nach ein paar ernährungswissenschaftlichen Erörterungen – Thema: gesünder Leben mit richtiger Ernährung und Bewegung – konnte sich jeder sein individuelles Frühstück schmecken lassen.

Abi bestanden, jetzt bin ich hier

Mitsegler Sebastian




Ab 9:00 Uhr kam jeder seinem eingeteilten Dienst (getreu dem aufgestellten Pantry- und Feudelplan) nach.

Um 10:00 Uhr war Briefing angesagt – der Skipper hat das Wort: Einweisung in Schiffs-, Segel- und Sicherheitstechnik, Anprobe Sicherheitswesten und Tagesplan.

Nach den letzen Vorbereitungen, Sonnenschutz und Toilettengang konnten wir um 11:30 Uhr mit traditioneller Auslaufmusik "Conquest of Paradise" in See stechen.

Die Sonne brennt inzwischen schon heiß und von Westen her kündigt sich gewittrige Stimmung an.

Unter dem Motto: "die Crew lernt das Schiff kennen" fuhren wir verschiedene Manöver mit Motor und zogen unsere kleinen und großen Kreise auf der ruhigen See. Beim Ansteuern der fiktiven Kaimauer im Rückwärtsgang war schon viel Steuermannsgefühl erforderlich und jeder konnte seine mehr oder weniger vorhandenen seglerischen Erfahrungen anwenden – von Totalschaden bis bravourös war alles dabei. Sebastian glänzte als Naturtalent.

Für gute Stimmung an Bord sorgte um 13:30 Uhr das Küchenteam mit Häppchenvesper und Kaffee + Kuchen, bevor es um 14:40 Uhr hieß – Wind kommt auf – die Segel setzen.

Die erste Ausfahrt, alles klar?

Flaute heißt in Geduld üben oder pullen

Ahoi - rückwärts rein in den Sambesi

So richtig schön wars heute, 
jetzt noch was Gutes essen

Wir konnten verschiedene Wendemanöver bei schwachem Wind und langsamer Fahrt üben. Und es lag bestimmt nicht an Monika, wenn die Fahrt unter 1 KN abfiel – die so genannte Badeflaute kündigte sich um 15:15 Uhr an:

Die Segel wurden eingeholt und die Badeleiter ausgeklappt. Wir genießen das angenehm erfrischende Bad mitten im Bodensee und lassen etwas die Seele baumeln. Dem wird ein jähes Ende gesetzt – um 16:45 Uhr kommt erneut Wind auf – und schließlich sind wir ja zum Segeln hier - schnell wird die Badeleiter eingeklappt und es heißt: "Klar zum Segel setzen". Jeder besetzt zügig seinen Posten und die Fahrt kann weitergehen.

Marina steuert von Hart am Wind zum Raumschot und die Halse wird besprochen und vorbereitet – doch der Wind schlägt uns ein Schnäppchen und lässt uns mit 1KN im Stich. Bis auf ein paar kurze Böen läuft nichts mehr und so holen wir um 17:30 Uhr die Segel ein und fahren mit Motorkraft Richtung Heimathafen Sipplingen – das Sonnendach wird ausgeklappt und wir machen es uns an Deck gemütlich, genießen Sonne und blauen Himmel.

Gegen 18:00 Uhr legen wir an – ein mittlerweile eingespieltes Team und die Meisterleistung von Skipper Jürgen lassen das Einlaufmanöver perfekt gelingen. So haben wir uns das traditionelle Anlegebier bei sommerlicher Hafenstimmung wohl verdient.




Kombüsendienst Marina bei der Arbeit

Aber auch die anderen helfen, 
so streng sind wir nicht

Die Catering-Crew Marina und Uwe bereiteten das Abendessen vor und der Rest der Mannschaft ging auf Erkundungstour nach Sipplingen, dem kleinen Hafenstädtchen am Untersee – bekannt durch die Trinkwassereinzugsanlagen für die Landeshauptstadt, um Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten für die nächsten Tage zu suchen. Selbst vor einer "Bergtour" schreckten sie nicht zurück, um ein gutes Restaurant ausfindig zu machen – ganz zur Freude von Jürgen, der als "Gipfelstürmer" allen voran die Führung und das Lesen der Öffnungszeiten übernahm.

Pünktlich um 20:30 Uhr gab es Abendessen – ein italienischer Abend nach "Kreation des Hauses" bzw. Schiffs. Das Essen war sehr schmackhaft und doch ein bisschen "fett" – und heute war der Ouzo endlich richtig kalt. So wurde der Tag zum "Tag des Ouzo" erklärt.

Mit Rotwein, Kaffee und guten Gesprächen lassen wir den Tag an Deck ausklingen. Aber die Crew scheint noch nicht müde und versammelt sich unter Deck zu Weißherbst, Studentenfutter und Ligretto.

Geheimnisvolle Phänomene werden diskutiert: "ist Reiner wirklich ein Mann?" –"wenn Marina 3 mal zahlt, warum ist dann immer noch zu viel in der Kasse?" - "sind beim Ligretto übersinnliche Kräfte am Werk?" und Monika fragt Jürgen: "Nimmst du mich noch mal mit?" – oder liegt doch alles am Ouzo?

So wird es 1:00 Uhr bis Nachtruhe einkehrt und alle fragen sich ob wohl um 4:55 Uhr die Möwen wieder da sind…?!

Kombüsendienst Uwe bei der Arbeit

Pasta und Salate sind gleich fertig


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