www.uvis-segeln.de CT-05-1 - 10.06.2005   Private Segelfreunde
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Freitag, der fünfte Segeltag

Nachdem wir um 6.15 Uhr aufgestanden sind (ein herrlicher Morgen mit Sonne pur und fast wolkenlosem Himmel) - das übliche morgendliche Ritual mit Toilettengang, Duschen – sich fein für den Tag machen. Auf dem Rückweg zum Schiff kann ich nicht widerstehen, mich kurz auf eine Bank am Ufer zu setzen. Ich muss einfach die Natur auf mich wirken lassen – ahhh!!! Ich genieße die Weite und Stille des Sees. Das ist „Balsam für die Seele“. Wieder zurück an Bord duftet es bereits nach frischem Kaffee. Hm wie lecker !!!!

Gegen 7.30 Uhr sitzen wir alle am gedeckten Frühstückstisch. Da gibt es wieder mal alles, was das Herz begehrt. Von süß bis herzhaft – es ist, wie all die Tage zuvor, eine perfekt gedeckte Tafel. Obwohl es ja eigentlich nur noch „Reste“ sind, denn außer frischen Brötchen und Milch, wurde nichts Frisches mehr eingekauft. Ich blicke mich so um und denke „schon wieder essen…..?“ Nach diesem fürstlich, opulenten Mahl tags zuvor in der Seevilla hier in Uhldingen. Lieber Himmel, du arme Waage - nach dieser Woche Segeln wirst wohl erbarmungslos in die Knie gehen……. schmunzel !!!!!!! Nach einem herrlich duftenden Croissant und einem halben Brötchen, die andere Hälfte kann ich glücklicherweise Dirk andrehen, gebe ich auf. „Rien ne vas plus!!!“

Irgendwann sind dann alle satt – auch unser Skipper Jürgen :). Wir helfen Inge beim Aufräumen der Kombüse, da sich Micha (die restlichen 50% der Küchencrew) mit Dirk zusammen auf den Weg zum Pfahlbaumuseum macht. Sie hatten am Vortag den Wunsch geäußert, sich heute Morgen das Museum anzuschauen. Es ist jetzt ca. 8.30 Uhr. In einer Stunde wollen sie wieder zurück sein, aber hierzu sage ich spontan nur „Männer!!!!“ Zudem werden wir auch noch von Steffi darauf aufmerksam gemacht, dass Micha prädestiniert für Verspätungen sei. Gegen 9.15 Uhr erblickt Steffi die beiden Schwärmer wie sie gemächlichen Schrittes angeschlendert kommen. Endlich sind auch sie wieder an Bord und erzählen mit strahlenden Augen, sie seien die ersten beiden Besucher gewesen und hatten somit das Glück einer Privatführung durch das Museum. Geschichte vom Feinsten also.

Ich liebe den Bodensee über alles .....

Mitseglerin Marina

Nachdem dann die komplette Crew wieder am „runden“ Tisch versammelt ist, beginnt Jürgen mit dem letzten Briefing dieses Törns. Wie üblich, lässt der Logbuchschreiber (Dirk) den Vortag nochmals „Revue passieren“. Neben den Aufgaben das Schiff wieder klar zur Übergabe zu machen, wollen wir natürlich, wenn denn möglich, noch ein wenig segeln. Skipper Jürgen erklärt uns daher kurz den Ablauf des heutigen Tages. Zuerst einmal nach Wallhausen zum „schnuddeln“, Frischwassertank auffüllen und tanken. Ziel ist jedenfalls, dass wir gegen ca. 14.00 Uhr wieder im Hafen in Sipplingen anlegen wollen.

Er teilt die Crew zum Auslaufen ein und kreiert hierbei ein Novum, welches es in der „christlichen Seefahrt“ bisher noch nie zuvor gegeben hat: den Doppelskipper!!!! Dieser wird von Steffi und Dirk gebildet. Die Beiden sind verantwortlich für das Setzen der Segel, inkl. aller Kommandos, um anschließend Fahrt Richtung Wallhausen aufnehmen zu können. Alles super geklappt – die Groß und die Fock sind gehisst, das Boot steht im Wind – es kann losgehen. Tja – Wind. Es gibt keinen. Wir dümpeln auf dem See dahin - nichts zu machen - Flaute total !!! Nachdem die Logge immer weniger Fahrt anzeigt, werden die Segel wieder eingeholt. Es macht wirklich keinen Sinn, den absolut ergebnislosen Versuch des Segelns fortsetzen zu wollen. Wir steuern also unter Motor unserem Ziel Wallhausen entgegen. Gegen 10.45 Uhr – das Highlight des Tages: Dirk übergibt dem See seine Flaschenpost an „Jean-Luc“. Er wünscht ihm weiterhin alles Gute und freut sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Während der Überfahrt ist die Küchencrew trotz mehrmaligen Aufforderns nicht gewillt, kleine Snacks anzubieten. Wie schon gesagt: Reste essen ist angesagt. Woraufhin Jürgen die Initiative ergreift und die Studentenfutterdose herum reicht. Hierbei stellen wir jedoch eine seltsam anmutende neue Mischung unserer Küchencrew fest, denn heimlich haben sich noch die Reste der Gummibärenbande darunter gemogelt. Ich übernehme die weitere Animation der „Resteverwertung“ in dem ich Oliven mit Mandeln zum „vernichten“ freigebe. Aufgrund eines wohlwollenden Nickens seitens der Küchencrew ist es mir erlaubt, die Oliven in einem bereits gespülten Schälchen zu reichen……*grins*

Gegen ca. 11.30 Uhr erreichen wir Wallhausen. Die Crew zeigt was sie drauf hat. Nach perfekten An- und Ablegemanövern (die Tankstelle befindet sich an einer anderen Stelle des Hafens) und einem reibungslosen Ablauf der restlichen Dienste, verlassen wir knapp eine Stunde später den Hafen und nehmen Kurs Richtung Sipplingen. Kurz darauf schalten wir jedoch den Motor aus und lassen uns einfach treiben. Dirk regt hierbei an, mit dem täglichen Absingen der „Skipper-Hymne“ (Skipper wir danken Dir……..) zu beginnen.

Schiffstankstelle Wallhausen

Kurze Siesta während des Tankens

Aquarius beim Tanken in Wallhausen

Warten auf das Auschecken

Die Crew des Come-together 2005

Für das Wohlbefinden unseres Skippers ist uns nichts zu viel. Währenddessen legt sich die Küchencrew ins Zeug und reicht uns, sehr zur Freude von Jürgen, ein paar Schnittchen. Sie geben wirklich alles und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Ich kam bisher jedenfalls noch nie in den Genuss, eines mit Wurst belegten Rosinenbrötchens. Na ja – täglich brauch ich das wohl nicht. À propos Kreativität. Die scheint hier an Bord auf fruchtbaren Boden zu fallen. Vielleicht liegt es ja auch an der guten Seeluft, denn Steffi will da nicht hinten an- stehen und kreiert für Inge und Dirk – unsere Freunde aus dem Norden, den hübschen Namen des „Muschelschubsers“.

Nach dieser erheiternden Einlage seitens von Steffi macht sich eine gewisse Trägheit breit. Jeder hängt seinen Gedanken nach und genießt hierbei die wärmenden Sonnenstrahlen. Ich für meinen Teil spule vor meinem geistigen Auge die Bilder der letzten Tage ab. Ein klein wenig Wehmut macht sich breit. Wie schön wäre es doch, mit dieser phantastischen Crew noch ne Woche zu segeln. Aber – wie so immer – wenn es am schönsten ist, soll man ja aufhören.

Mittlerweile ist es ca. 13.30 Uhr. Der Motor wird wieder angelassen und wir steuern schnurstracks dem Sipplinger Hafen entgegen. Wer unseren Skipper kennt, weiß dass er immer für eine Überraschung gut ist. Neue Order: Beim Anlegen werden von ihm keine Kommandos erteilt. Wir würden schon wissen, was zu tun sei. Na – diesen Test wollen wir natürlich nicht vergeigen und zeigen ihm unsere wahre Größe: kein Anrempeln des Dalbens, keine Korrektur von Seiten des Skippers ist nötig. Wir laufen „butterweich“ in die Box ein. Nachdem die Klampen korrekt belegt sind, dürfen natürlich die „Schneckchen“ an der Vorleine nicht fehlen. Geschafft – 100 Punkte an die Crew !!! Und was nun kommt ist klar – Anlegebier – wie immer. Danach haben wir noch genug Zeit, um in aller Ruhe unsere „sieben Sachen“ zu packen und „klar Schiff“ zu machen. Die Bordkasse wird geprüft, der Kassenführer entlastet, gleichzeitig wird im Logbuch die letzte Eintragung für diesen Törn vorgenommen und beides an den Skipper zurückgegeben. Nochmals ein prüfender Blick, ist was vergessen worden einzupacken ??? Nein – alles klar. Die restlichen Lebensmittel werden aufgeteilt. Unser Gepäck steht bereits auf dem Steg – klar zum Abtransport. Inge und Dirk haben ihre Sachen bereits im Auto verstaut. Mittlerweile ist auch der Mann vom Charterbüro eingetroffen und das Schiff wird ordnungsgemäß zurückgegeben. Mit einem voll beladenen Gepäckwagen treten wir den Rückweg an. Noch mal ein Blick zurück zur Aquarius, wie sie da so ruhig in der Box liegt. Nachdem nun alles im Auto verstaut ist, mittlerweile ist es 15.30 Uhr, genehmigen wir uns einen gemeinsamen Abschiedstrunk im Biergarten. Ein herrlicher Sommertag wie er schöner nicht sein kann.

xy Schmid, die eine 
gute Seele der Basis Epilog: Was bleibt noch zu sagen – außer: Es ist wohl eine meiner besten Entscheidungen, mit Euch allen auf diesem Törn gewesen zu sein. Dir Jürgen vielen Dank für die viele Arbeit, die Du Dir auch bereits im Vorfeld mit Planung etc. gemacht hast. Einfach perfekt. Und – ich habe sehr viel übers Segeln gelernt. Nicht vergessen möchte ich natürlich die restliche Crew (Inge, Dirk, Steffi und Micha). Wie heißt es so schön: „Als Fremde gekommen – als Freunde gegangen.“ Eine wunderbare Erfahrung: Einer für alle – alle für Einen. Ich danke Euch. Ein gelungener Segeltörn auf meinem doch so heiß geliebten Bodensee. Ich komme wieder – nächstes Jahr. Und ich hoffe – Ihr auch !!!
In diesem Sinne: Auf Wiedersehen !!!
Juergen, die andere 
Grute Seele der Basis

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