| Gestern Hauptseite
|
|
Freitag, der fünfte Segeltag Nachdem wir um 6.15 Uhr aufgestanden sind (ein herrlicher Morgen mit
Sonne pur und fast wolkenlosem Himmel) - das übliche morgendliche Ritual mit
Toilettengang, Duschen sich fein für den Tag machen. Auf dem Rückweg zum Schiff
kann ich nicht widerstehen, mich kurz auf eine Bank am Ufer zu setzen. Ich muss einfach
die Natur auf mich wirken lassen ahhh!!! Ich genieße die Weite und Stille des
Sees. Das ist Balsam für die Seele. Wieder zurück an Bord duftet es bereits
nach frischem Kaffee. Hm wie lecker !!!!
Gegen 7.30 Uhr sitzen wir alle am gedeckten
Frühstückstisch. Da gibt es wieder mal alles, was das Herz begehrt. Von süß bis
herzhaft es ist, wie all die Tage zuvor, eine perfekt gedeckte Tafel. Obwohl es ja
eigentlich nur noch Reste sind, denn außer frischen Brötchen und Milch,
wurde nichts Frisches mehr eingekauft. Ich blicke mich so um und denke schon wieder
essen
..? Nach diesem fürstlich, opulenten Mahl tags zuvor in der Seevilla
hier in Uhldingen. Lieber Himmel, du arme Waage - nach dieser Woche Segeln wirst wohl
erbarmungslos in die Knie gehen
. schmunzel !!!!!!! Nach einem herrlich
duftenden Croissant und einem halben Brötchen, die andere Hälfte kann ich
glücklicherweise Dirk andrehen, gebe ich auf. Rien ne vas plus!!!
Irgendwann sind dann alle satt auch unser Skipper
Jürgen :). Wir helfen Inge beim Aufräumen der Kombüse, da sich Micha (die restlichen
50% der Küchencrew) mit Dirk zusammen auf den Weg zum Pfahlbaumuseum macht. Sie hatten am
Vortag den Wunsch geäußert, sich heute Morgen das Museum anzuschauen. Es ist jetzt ca.
8.30 Uhr. In einer Stunde wollen sie wieder zurück sein, aber hierzu sage ich spontan nur
Männer!!!! Zudem werden wir auch noch von Steffi darauf aufmerksam gemacht,
dass Micha prädestiniert für Verspätungen sei. Gegen 9.15 Uhr erblickt Steffi die
beiden Schwärmer wie sie gemächlichen Schrittes angeschlendert kommen. Endlich sind auch
sie wieder an Bord und erzählen mit strahlenden Augen, sie seien die ersten beiden
Besucher gewesen und hatten somit das Glück einer Privatführung durch das Museum.
Geschichte vom Feinsten also. |
|
 Mitseglerin Marina |
| Nachdem dann die komplette Crew wieder am
runden Tisch versammelt ist, beginnt Jürgen mit dem letzten Briefing dieses
Törns. Wie üblich, lässt der Logbuchschreiber (Dirk) den Vortag nochmals Revue
passieren. Neben den Aufgaben das Schiff wieder klar zur Übergabe zu machen, wollen
wir natürlich, wenn denn möglich, noch ein wenig segeln. Skipper Jürgen erklärt uns
daher kurz den Ablauf des heutigen Tages. Zuerst einmal nach Wallhausen zum
schnuddeln, Frischwassertank auffüllen und tanken. Ziel ist jedenfalls, dass
wir gegen ca. 14.00 Uhr wieder im Hafen in Sipplingen anlegen wollen. Er teilt die Crew zum Auslaufen ein und kreiert hierbei ein Novum,
welches es in der christlichen Seefahrt bisher noch nie zuvor gegeben hat: den
Doppelskipper!!!! Dieser wird von Steffi und Dirk gebildet. Die Beiden sind verantwortlich
für das Setzen der Segel, inkl. aller Kommandos, um anschließend Fahrt Richtung
Wallhausen aufnehmen zu können. Alles super geklappt die Groß und die Fock sind
gehisst, das Boot steht im Wind es kann losgehen. Tja Wind. Es gibt keinen.
Wir dümpeln auf dem See dahin - nichts zu machen - Flaute total !!! Nachdem die Logge
immer weniger Fahrt anzeigt, werden die Segel wieder eingeholt. Es macht wirklich keinen
Sinn, den absolut ergebnislosen Versuch des Segelns fortsetzen zu wollen. Wir steuern also
unter Motor unserem Ziel Wallhausen entgegen. Gegen 10.45 Uhr das Highlight des
Tages: Dirk übergibt dem See seine Flaschenpost an Jean-Luc. Er wünscht ihm
weiterhin alles Gute und freut sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Während der
Überfahrt ist die Küchencrew trotz mehrmaligen Aufforderns nicht gewillt, kleine Snacks
anzubieten. Wie schon gesagt: Reste essen ist angesagt. Woraufhin Jürgen die Initiative
ergreift und die Studentenfutterdose herum reicht. Hierbei stellen wir jedoch eine seltsam
anmutende neue Mischung unserer Küchencrew fest, denn heimlich haben sich noch die Reste
der Gummibärenbande darunter gemogelt. Ich übernehme die weitere Animation der
Resteverwertung in dem ich Oliven mit Mandeln zum vernichten
freigebe. Aufgrund eines wohlwollenden Nickens seitens der Küchencrew ist es mir erlaubt,
die Oliven in einem bereits gespülten Schälchen zu reichen
*grins*
Gegen ca. 11.30 Uhr erreichen wir Wallhausen. Die Crew
zeigt was sie drauf hat. Nach perfekten An- und Ablegemanövern (die Tankstelle befindet
sich an einer anderen Stelle des Hafens) und einem reibungslosen Ablauf der restlichen
Dienste, verlassen wir knapp eine Stunde später den Hafen und nehmen Kurs Richtung
Sipplingen. Kurz darauf schalten wir jedoch den Motor aus und lassen uns einfach treiben.
Dirk regt hierbei an, mit dem täglichen Absingen der Skipper-Hymne (Skipper
wir danken Dir
..) zu beginnen. |
|
 



|
|
Für das Wohlbefinden unseres Skippers ist uns
nichts zu viel. Währenddessen legt sich die Küchencrew ins Zeug und reicht uns, sehr zur
Freude von Jürgen, ein paar Schnittchen. Sie geben wirklich alles und lassen ihrer
Kreativität freien Lauf. Ich kam bisher jedenfalls noch nie in den Genuss, eines mit
Wurst belegten Rosinenbrötchens. Na ja täglich brauch ich das wohl nicht. À
propos Kreativität. Die scheint hier an Bord auf fruchtbaren Boden zu fallen. Vielleicht
liegt es ja auch an der guten Seeluft, denn Steffi will da nicht hinten an- stehen und
kreiert für Inge und Dirk unsere Freunde aus dem Norden, den hübschen Namen des
Muschelschubsers. Nach dieser
erheiternden Einlage seitens von Steffi macht sich eine gewisse Trägheit breit. Jeder
hängt seinen Gedanken nach und genießt hierbei die wärmenden Sonnenstrahlen. Ich für
meinen Teil spule vor meinem geistigen Auge die Bilder der letzten Tage ab. Ein klein
wenig Wehmut macht sich breit. Wie schön wäre es doch, mit dieser phantastischen Crew
noch ne Woche zu segeln. Aber wie so immer wenn es am schönsten ist, soll
man ja aufhören.
Mittlerweile ist es ca. 13.30 Uhr. Der Motor wird wieder
angelassen und wir steuern schnurstracks dem Sipplinger Hafen entgegen. Wer unseren
Skipper kennt, weiß dass er immer für eine Überraschung gut ist. Neue Order: Beim
Anlegen werden von ihm keine Kommandos erteilt. Wir würden schon wissen, was zu tun sei.
Na diesen Test wollen wir natürlich nicht vergeigen und zeigen ihm unsere wahre
Größe: kein Anrempeln des Dalbens, keine Korrektur von Seiten des Skippers ist nötig.
Wir laufen butterweich in die Box ein. Nachdem die Klampen korrekt belegt
sind, dürfen natürlich die Schneckchen an der Vorleine nicht fehlen.
Geschafft 100 Punkte an die Crew !!! Und was nun kommt ist klar Anlegebier
wie immer. Danach haben wir noch genug Zeit, um in aller Ruhe unsere sieben
Sachen zu packen und klar Schiff zu machen. Die Bordkasse wird geprüft,
der Kassenführer entlastet, gleichzeitig wird im Logbuch die letzte Eintragung für
diesen Törn vorgenommen und beides an den Skipper zurückgegeben. Nochmals ein prüfender
Blick, ist was vergessen worden einzupacken ??? Nein alles klar. Die restlichen
Lebensmittel werden aufgeteilt. Unser Gepäck steht bereits auf dem Steg klar zum
Abtransport. Inge und Dirk haben ihre Sachen bereits im Auto verstaut. Mittlerweile ist
auch der Mann vom Charterbüro eingetroffen und das Schiff wird ordnungsgemäß
zurückgegeben. Mit einem voll beladenen Gepäckwagen treten wir den Rückweg an. Noch mal
ein Blick zurück zur Aquarius, wie sie da so ruhig in der Box liegt. Nachdem nun alles im
Auto verstaut ist, mittlerweile ist es 15.30 Uhr, genehmigen wir uns einen gemeinsamen
Abschiedstrunk im Biergarten. Ein herrlicher Sommertag wie er schöner nicht sein kann. |