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Samstag, 05.06.2004

Nachts dachte Anita, uns besucht der Klabautermann; aber es war nur unser Skipper Jürgen mit der Taschenlampe, der nach dem Rechten sah.

Ab 8 Uhr kam langsam Leben ins Boot. Nach und nach bewegte sich jeder zu den Waschräumen und kam ansehnlich zurechtgemacht wieder zurück. Renate hatte schon Kaffee gekocht und ich half ihr dann beim Decken des Frühstückstisches. Es gab frische Wurst, die Anita Freitag mitbrachte, dazu Käse und Marmelade.

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Mitsegler Bernd

Um 9:30 Uhr führte Jürgen ein Briefing durch. Nach der Sicherheitseinweisung mit Anlegen der Schwimmwesten und Einweisung im Gebrauch der Toilette, kam die Karte des Bodensees auf den Tisch. Jürgen erklärte uns, welchen Hafen wir mit unserem Tiefgang überhaupt anlaufen könnten. Wir entschieden uns, Richtung Friedrichshafen zu segeln. Jürgen teilte die Crew in ihre Aufgaben ein. Ich sollte ablegen und bis zur Fäkalienentleerung fahren und wieder anlegen.

Um 10:15 Uhr wurde der Motor angelassen. Renate und Gabi hatten ihre Aufgabe an den Vorleinen. Monika und Anita besetzten die Achterleinen und Jürgen hatte alles unter Kontrolle. Nachdem die Fender eingeholt wurden, setzte sich das Boot langsam in Bewegung und nahm Fahrt auf. Durch den Hafen mussten wir Gegenverkehr und Vorfahrt beachten.

Vor der Fäkalienstation musste ich in dem engen Hafenbecken einen 180 Grad Törn fahren. Nach dem Anlegen zur Entsorgung gab ich das Ruder an Gabi. Sie sollte Ablegen und zur Frischwasserstation fahren und dort wieder Anlegen. Nach der Aufnahme von Frischwasser übernahm Renate das Steuer, legte ab und fuhr durch die Hafeneinfahrt auf den See hinaus.

Briefing, - es kann los gehen

Der Wetterbericht beim Hafenmeister

Rau ist die See und Rettungswesten an

Der Himmel war den ganzen Morgen schon bedeckt.

Bei frischem Wind setzten wir um 10:50 Uhr die Segel und schalteten den Motor aus. Renate stand immer noch am Steuer und nahm volle Fahrt auf. Bis zu 6 Knoten waren wir schnell. Dabei erreichten wir eine Krängung, dass das Deck ans Wasser reichte. Durch den Seegang und das Schaukeln wurde es Anita schlecht. Renate ließ das Großsegel reffen, sodass wir aufrechter fuhren, aber die Geschwindigkeit ging auf 4,5 Knoten zurück.

Der Blick zum Himmel verhieß nicht Gutes. Wir sahen nur Wolken, die mal etwas heller und etwas dunkler waren. Gegen 11:30 Uhr setzte leichter Regen ein. Wir versuchten zwar immer zu den helleren Wolken zu segeln, aber als wir dort waren, waren die hellen Wolken plötzlich dunkel und es regnete weiter. Gegen 12 Uhr hörte es auf zu regnen.

Zum Mittagessen gab es mit Wurst und Käse belegte Brote, die in handliche Häppchen geschnitten gereicht wurden.

Wo sind die Lifebelts

Oooooooooooooh, iss mir übel :-(

Wo iss der Wind, wo die Sonne?

Mit einigen Wenden segelten wir gegen den Wind nach Friedrichshafen. Die Speed betrug dabei 2,5 bis 4,5 Knoten. Bei Friedrichshafen drehten wir um und segelten Raumschots zurück. Auf der Rückfahrt sahen wir über Land von Friedrichshefen Richtung Goren eine Regenfront ziehen. Wir bewegten uns etwas zur Seemitte um dem Regen auszuweichen. Tatsächlich hatten wir für einige Sekunden die Sonne an Deck, die durch ein kleines Wolkenloch den Weg zu uns fand. Das waren für den ganzen Tag die einzigen Sonnenstrahlen, die wir sahen. Ab 15 Uhr hat der Wind nachgelassen. Bei wenig Fahrt beobachteten wir , wie die Regenfront immer weiter Richtung unseres Heimathafens zog.

Auf dem See wollten wir die Regenfront abwarten. Dahinter waren die Wolken schon wieder heller. Nach den hellen Wolken kam schon die nächste Front, zu sehen an den deutlich dunkleren Wolken. Der Wind war jetzt so schwach, dass wir kaum Fahrt machten. Jürgen entschloss sich um 16 Uhr die Segel zu bergen und mit Motor zwischen den beiden Regenwolken in den Hafen zu fahren.

Es kam aber anders als gedacht. Plötzlich setzte starker Regen ein. Die Böen wurden immer stärker und der Regen peitschte ins Gesicht. Gabi und Renate zogen ihr Ölzeug an und übernahmen das Ruder. Auch Jürgen zog sein Ölzeug an und übernahm anschließend das Steuer, um in den Hafen zu fahren. Wir anderen standen derweil im Salon und hörten nur das Prasseln der Regentropfen auf das Deck.

 

Nun lass mal Daddy ran .... ;-)

Kommen wir durch?

Das war denn doch zu heftig

Erst im letzten Moment vor dem Anlegen ging Monika und ich an Deck für das Anlegemanöver.

Anita lag den ganzen Tag in der Koje und hatte nichts von dem Segeltag.

Nachdem wir angelegt hatten hörte der Regen plötzlich auf. Schnell war das Sonnensegel aufgebaut. Heute musste es uns nicht vor zu viel Sonne schützen, sondern den Regen abhalten.

Unter dem Sonnensegel konnten wir die nassen Klamotten zum trocknen aufhängen. Jetzt war das obligatorische Anlegebier fällig.

Heut war ich zwar mit Renate zum Küchendienst eingeteilt. Da ich aber außer Spiegelei und heiße Würstchen in meinem ganzen Leben noch nichts gekocht habe, war ich froh, dass der Küchendienst heute in der Fischerhütte stattfand.

Auswärts essen kann so schön sein

Zanderröllchen mit weiteren Leckereien

Pfeffersteak pur

 

Nach unserem Anlegebier ging Jürgen ins Charterbüro wegen dem Warmwasserboiler. Bald kam der Techniker, saugte das Wasser aus dem Motorraum und versuchte den Boiler zu reparieren. Er stellte fest, dass der Boiler gewechselt werden muss. Da er kein Ersatzteil vorrätig hat, wollte er am Sonntag den Boiler mit einem Bypass umgehen, sodass wir kein Wasser mehr in den Motorraum läuft. Während der Techniker zugange war machten wir uns Landfein zum Abendessen.

Mit Regenschirmen bewaffnet spazierten wir zur Fischerhütte. Mit den Getränken stießen wir auf den trotzdem gelungenen Tag an. Die Bedienung brachte die Salate für unser Essen. Jürgen wartete vergeblich auf seinen Salat und reklamierte. Er hatte gar nicht mitbekommen, dass bei seinem Steak gar kein Salat dabei ist. Das Essen schmeckte allen sehr gut und wir gingen gut gelaunt zum Boot zurück.

Eine Flasche Rotwein musste auf dem Boot noch dran glauben. Nachzutragen ist, dass wir heute 26,8 Seemeilen zurückgelegt haben, davon 25,6 sm unter Segel. Trotz Regen war es ein gelungener Tag.


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