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Gestern

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Morgen

Segeltag 2: Dienstag

Um 6.30 Uhr war die Nacht für die Crew beendet, da Karl und Melanie, die beiden Tagesgäste, anriefen und das Klingeln natürlich gleich die ganze Mannschaft hochschrecken ließ.

Allerdings war Inge ohnehin schon seit 5 Uhr wach, da die Männer laute Schnarchorgien von sich gaben. Außerdem ging Michael auch schon früh von Bord, da er sein Auto zur Reparatur bringen musste. Das Auto war offensichtlich irgendwo im Kühlsystem von einem Marder angefressen worden. Und das war schon eine düstere Vorahnung auf das, was uns an diesem Tag noch passieren sollte...

Immer gut gelaunt, da immer fit

Mitseglerin Annabell

Jedenfalls ging der Morgen erst mal schön weiter, da wir uns in der Marina am Frühstücksbuffet die Bäuche vollschlugen. Michael ging es besonders gut. Das Auto war zwar noch nicht repariert, aber immerhin hatte ihn eine schwäbische Schönheits- königin wieder zurück zum Hafen gefahren (allerdings behauptete er im Nachhinein, dass sie viel zu „spack“ gewesen sei).

Beim Frühstück haben wir auch Melanie und Karl getroffen. Nachdem wir (außer dem Frühstücken) auch unsere andere morgendliche Arbeit erledigt hatten, sind wir aus dem Hafen ausgelaufen.

An diesem Tag war Michael am Steuer und hat uns perfekt aus der Hafenausfahrt hinaus gesteuert. Von einer Jubelhymne, die eigentlich angestimmt werden sollte, hat die restliche Crew dennoch abgesehen.

Beim Morgen-Buffet

Unsere Tagesgäste - Herzlich Willkommen

Obwohl es beim Auslaufen gerade einmal erst 10 Uhr war, merkten wir schon, dass es ein richtig heißer Tag werden würde. Daher haben wir den „Schattenkurs“ eingeschlagen. Der Schattenkurs führte uns Richtung Lindau, wo wir dann um 13.15 Uhr angelegt haben. Zumindest haben wir es versucht. Diese ganze Aktion ist nämlich ziemlich missglückt, und zu allem Überfluss geiferte am Ufer noch eine Hafenhexe (laut Jürgen „alte Gummihexe“) und wusste natürlich sehr viel besser, wie man anzulegen hat. Beim zweiten Versuch, anzulegen, hat es dann auch irgendwie funktioniert. Unsere Festmach-Knoten hatten allerdings Seltenheitswert und wären wahrscheinlich von der englischen Knoten-Society (wie immer sie auch genau heißen mag) als neue Erfindung gekürt worden. Leider ist es uns aber nicht gelungen, den gleichen Knoten noch ein zweites Mal zu fabrizieren.
Anfahrt Lindau

Ingwereis - Hmmmmmmm..... gut

In Lindau haben wir uns dann in ein Café gesetzt und dicke Eisbecher gegessen. Sehr zu empfehlen war das Ingwereis mit Beeren!

Nachdem wir noch ein paar Mannschaftsfotos gemacht haben, sind wir um 15 Uhr wieder an Bord gegangen und haben abgelegt. Dies hat auch relativ gut geklappt (das Knotenlösen hat leider etwas länger gedauert). Da völlige Flaute war, haben wir auch außerhalb des Hafens gleich den Motor laufen lassen und sind zur gegenüber liegenden Uferseite gefahren – nach Bregenz.

Jürgen hat der Crew erklärt, um welche Gebäude es sich dort jeweils handelt und wo die Bregenzer Festspiele stattfinden.

Um 16 Uhr haben wir dann noch einmal die Segel gesetzt. Die Freude daran währte allerdings nicht sehr lang. Der ganz leicht auffrischende Wind war kurz danach schon wieder verschwunden, und so schaltete Inge schon wieder um 16.55 Uhr den Motor an. Doch auch daran sollten wir keine besondere Freude haben.

Denn genau fünf Minuten später ertönte ein lautes Tuten, das nicht mehr abzustellen war. Offensichtlich war irgendetwas mit dem Motor nicht in Ordnung. Jürgen riet dazu, den Motor vorsichtshalber nicht mehr anzuschalten und setzte sich sofort mit dem Vercharterer in Verbindung.

Seebühne Bregenz

Der Defekt war nicht der Impeller sondern ein Verbinder aus Kunststoff im Kühlkreislauf

Nachdem wir etwa eine Stunde lang vor uns hingedümpelt sind und uns die Zeit mit Würstchenessen vertrieben haben, kamen dann die zwei Mechaniker, die der Vercharterer zu uns geschickt hatte. Sie stellten schnell fest, dass der Schaden im Kühlkreislauf war. Hier hatte man zuvor an irgendeiner Stelle eine Plastikverbindung eingebaut, die aber dem heißen Wasser nicht standhalten konnte. Stattdessen hätte schon längst eine Verbindung aus Metall eingesetzt werden müssen.

Die beiden Mechaniker flickten die Leitung provisorisch und sagten, dass sie am nächsten Morgen noch einmal zu unserem Boot kommen müssten, um dann die richtige Verbindung einsetzen zu können. Als Belohung schenkten wir den beiden noch ein Bier (was uns selbst durch höchste Anordnung zu diesem Zeitpunkt noch verwehrt war, weil wir ja noch nicht wieder im Hafen angelegt hatten).

Um den Kühlkreislauf zu schonen, haben wir es dann noch einmal versucht, unter Segel zum Heimathafen zu kommen. Allerdings haben wir bald gemerkt, dass dies eine hoffnungslose Aktion war und haben doch den Motor eingeschaltet. Ohne weiteren Zwischenfall haben wir tatsächlich unter Motor den Hafen erreicht.

Die Tagescrew im sonnigen Lindau

Einkehr in der Fischerhütte

 

Nach einem Anlegebier und einer wohltuenden Dusche sind wir zur „Fischerhütte“ gegangen, einem Restaurant, das nur fünf Minuten Fußweg entfernt von unserem Hafen lag.

Auf Jürgens Rat hin bestellten wir einen ganz famosen Holunderblütenaperitif. Zum Essen gab es für die meisten von uns Zander und Bodenseefelchen und wir redeten noch einmal über das etwas missglückte Manöver bei der Hafen-Gummi-Hexe.

Da das Restaurant nicht besonders lange geöffnet hatte, sind wir nach dem Essen recht bald wieder zum Boot gegangen. Nur Melanie und Karl, die auch etwas später zum Essen gekommen waren, blieben noch ein bisschen sitzen und verabschiedeten sich von uns.

An Bord hat die restliche Crew als Gutenacht-Trunk noch zwei weitere Flaschen Rotwein getrunken. Und danach sollte unsere Nacht beginnen wie auch schon der Morgen begonnen hatte: mit einem lauten Schnarchen der Männer.


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